Bürgerinitiative gegen den Hochmoselübergang

Georg Laska, kontakt@pro-mosel.de, Tel.: 06532 1598 // 01578 2357 121

Heidelind Weidemann, heide.weidemann@web.de, Tel.: 06532 93146

Dr. Elisabeth Reis, elisabeth.reis@t-online.de, Tel.: 06532 3339


Ürzig/Zeltingen-Rachtig, 28.1.2014

 

Pro-Mosel veröffentlicht internes Papier aus Mainzer Ministerium


Seit Wochen gibt es in der Presse Berichte über die ungeklärte Standfestigkeit der Hochmoselbrücke, die sich auf ein internes Dokument aus dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft berufen. Dieses brisante Papier, das sogar den Abgeordneten des Innenausschusses des rheinland-pfälzischen Landtags vorenthalten wurde, liegt nun auch Pro-Mosel vor und kann unter folgendem Link abgerufen werden:

http://daten.pro-mosel.de/Standsicherheit_Hochbruecke_001.pdf

"Dies ist unser Beitrag zur Transparenz bei Bauprojekten, wie sie auch von der rot-grünen Landesregierung gefordert wurde. Wir geben damit allen interessierten Bürgern die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild zu machen", sagt Knut Aufermann von Pro-Mosel. "Wir hoffen vor allem, dass der Maulkorb des Chefgeologen Prof. Dr. Harald Ehses umgehend aufgehoben wird, denn nur so können die aufgeworfenen Standsicherheitsfragen mit dem nötigen Sachverstand offengelegt und geklärt werden."

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In dem oben verlinkten Dokument wird unter anderem bezweifelt, dass die bis zu 160 Meter hohen Pfeiler der Brücke auf dem Ürziger Rutschhang stabil stehen könnten. Übereinanderliegende Gleitschichten bis in über 70 m Tiefe, die bei weitem nicht ausreichend erkundet seien, machten den Bau zu einem unkalkulierbaren Risiko.

In einem Interview gegenüber dem Trierischen Volksfreund vom 4./5. Januar 2014 betonte Prof. Ehses ergänzend, dass er seit mehr als 10 Jahren auf genau diese Probleme hinweise.

In dem der Presse zugespielten Papier heißt es unter anderem:

"Der Standort des Brückenbauwerks im Bereich des Hochmoselübergangs ist insbesondere auf der Westseite mit der Lage auf einem Rutschhang mit erheblichen Risiken behaftet" (S. 3).

"Hier stellt sich die Frage, wie groß die Risiken sind, dass die tiefer liegenden Gleitflächen aktiv werden und welche Maßnahmen in diesem Fall zu treffen wären bzw. ob es überhaupt geeignete Maßnahmen zur Sicherung der Brücke in einem solchen Fall gibt" (S. 4).

"Bereits heute werden im Bereich einiger Pfeilerstandorte Bewegungen im Untergrund von mehr als 20 m festgestellt, sodass eine Gründung dieser Pfeiler nur mit erheblichem technischen und finanziellem Aufwand erfolgen kann" (S. 4).

Demgegenüber behauptet der bauausführende Landesbetrieb Mobilität (LBM) wahrheitswidrig: "Dieser Hang ist seit Jahrhunderten nicht in Bewegung" (Heinrich Frießem, Geschäftsleiter Planung und Bau beim Landesbetrieb Mobilität (LBM), in: SWR Landesschau aktuell RLP, 13.01.2014).

Unter dem Druck der aktuellen Berichterstattung reagierte man dennoch und veranlasste ein 3-monatiges 'Sickerwassergutachten', dessen Aussagekraft schon jetzt von Experten wie dem Geologen Dr. Johannes Feuerbach angezweifelt wird. Mindestens 12 Monate müsse man Hangwasser- und andere unterirdische Wasserströme beobachten, bevor dann Fachleute Aussagen zur Stabilität des Untergrundes machen könnten.

Dr. Elisabeth Reis, 2. Vorsitzende von Pro-Mosel bemerkt dazu: "Eine solche Brücke in einem vergleichbaren Hangrutschgebiet wurde weltweit noch nie gebaut. Im Interesse der Bevölkerung fordern wir die Landesregierung auf, alles Erforderliche zu veranlassen, sodass sich hier eine Katastrophe wie in Köln nicht wiederholen kann. Wenn der Untergrund nicht tragfähig ist, sollten die Verantwortlichen dies zur Kenntnis nehmen und den Bau abbrechen. Sicherheit geht vor Prestige."



Minister Lewentz im Gespräch / Computersimulation
aus der SWR-Sendung "Zur Sache Rheinland-Pfalz" vom 9.1.2014

(Quelle: SWR)
(Großformatiges Bild mit Mausklick)


Links:


Prof. Dr. Harald Ehses vom Landesamt für Geologie und Bergbau über die Risiken beim Bau der Hochmoselbrücke
Kommentar hierzu im TV
SPIEGEL-Artikel vom 21.12.2013
Leserbrief von Frau Dr. Elisabeth von den Hoff, Geomorphologin und Geografin
Internetseite der Bürgerinitiative Pro-Mosel
Erörterungsbericht zum Planfeststellungsverfahren, 1999
Der Planfeststellungsbeschluss
Materialien zum Hochmoselübergang


Kontroverse Sendung zum Problem der Baurisiken im SWR
Video: Das Problem Hochmoselübergang im geschichtlichen Abriss
Video über das Problem Hochmoselübergang (filmische Zusammenstellung)

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Kontakt und weitere Information:
Georg Laska, Vors. von Pro-Mosel
Email, Tel.: 1578 2357 121

Dr. Elisabeth Reis, 2. Vors. von Pro-Mosel
Email, Tel.: 06532 3339

Heide Weidemann, stellv. BUND-Landesvorsitzende
Email, Tel.: 06532 93146