Bürgerinitiative gegen den Hochmoselübergang

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Ürzig/Zeltingen-Rachtig, 21.8.2014

Phantom Hochmoselbrücke
Kein Stabilitätsnachweis für vier von zehn Pfeilern

Pro-Mosel erwartet finanzielles Desaster und fordert Wirtschaftlichkeits-Nachweis.

Die ersten Pfeiler ragen schon in den Himmel und haben auch den letzten Optimisten davon überzeugt, dass hier eine unverzeihliche Verschandelung der Mosellandschaft im Gange ist. Während seit einigen Wochen eine Diskussion um eine mögliche Verschönerung der Brücke durch die Medien weht, sind die fundamentalen Probleme aus dem Fokus geraten: Der zunehmend fehlende Bedarf, z.B. durch den Sinkflug des Flughafen Hahn, und die ungelöste Rutschhangproblematik. Dennoch wird weitergebaut und eine drohende Kostenexplosion in Kauf genommen.

Einem Schreiben des Infrastrukturministeriums vom 31. Juli 2014 zufolge ist die Stabilität der Pfeiler Nr. 1, 2 und 3 (Eifelseite) sowie 5 (Hunsrückseite) nach wie vor nicht vollständig geklärt. Es würden "für einige Teilbereiche noch Nachweise erwartet", so die trickreiche Formulierung. Damit fehlt für die Pfeiler auf der Eifelseite die Freigabe für den Baubeginn und es ist fraglich, ob die vorgelegten Baupläne tatsächlich realisierbar sind. Der Geologe Prof. Krauter, Vorsitzender der "Forschungsstelle Rutschungen e.V." an der Universität Mainz, äußerte bereits grundsätzliche Bedenken.

Bekannterweise ist der Ürziger Westhang auf der Eifelseite hochproblematisch wegen seines komplexen Untergrundes. Durch erdgeschichtliche Bewegungen und Lava-Ausbrüche sind dort zahlreiche übereinanderliegende Rutschmassen entstanden, die nachgewiesenermaßen in Bewegung sind. Aufgrund von Bohrungen der vergangenen Jahre geht man von mehreren Gleitfugen bis zu einer Tiefe von 40 Metern aus. Aus einem hydrogeologischen Gutachten weiß man zudem von sogenannten schwebenden Grundwasserstockwerken im Pfeilerbereich. Das sind größere unterirdische Ansammlungen von Grundwasser, die je nach Niederschlagssituation zur Destabilisierung beitragen können.

Der Leiter des geologischen Landesamtes, Prof. Ehses, hatte die durchgeführten Untersuchungen im Hang Anfang des Jahres noch als unzureichend bezeichnet. Möglicherweise unter Druck der Landesregierung wiederholte er diese Kritik während einer öffentlichen Ausschusssitzung im Juni nicht mehr. Prof. Krauter sieht jedoch nach wie vor ein riesiges Problem der Brückenstabilität. Selbst der Aushub der Baugruben bringe schon hohe Risiken für die Hangstabilität mit sich. Die vorgelegten Pläne zur Gründung der Pfeiler seien in jedem Fall ungeeignet. "Als Fazit kann ich nur sagen, es sind noch entscheidende Fragen zur Standsicherheit des Hanges offen", so der international renommierte Hangrutschexperte.

"Die rheinland-pfälzische Landesregierung ist offenbar fest entschlossen, die Stabilitätsprobleme zu ignorieren und weiter Fakten zu schaffen", so Georg Laska von Pro-Mosel. "Die ganze Geschichte steuert auf eine riesige Kostenexplosion hin, wenn jetzt nicht eingelenkt wird. Wir fordern daher einen sofortigen Baustopp und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung. Steigende Baukosten, immense Unterhaltungskosten, Verluste in Tourismus und Weinbau sowie die schwindende Aussicht auf den UNESCO-Titel 'Welterbe Mosel' lassen ein finanzielles Desaster für Bund, Land und die Moselregion erwarten."

  
Freischwebender Balken / unberührter Westhang
(Großformatige Bilder mit Mausklick)


Links:
Das Sickerwassergutachten gibt KEINEN Anlass zur Beruhigung
Rhein-Zeitung: Gutachten überzeugt die Brückengegner nicht
SWR-Bericht zum "Schönheitswettbewerb" für die Brücke
Der Spiegel: Große Risiken beim Bau der Hochmoselbrücke
Ein Hang wie kein anderer, Bericht im Trierischen Volksfreund
Wackelprojekt Hochmoselübergang, SWR info
Protokoll der Innenausschusssitzung im Mainzer Landtag vom 16.1.2014
Internetseite der Bürgerinitiative Pro-Mosel

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Kontakt und weitere Information:
Georg Laska, Vors. von Pro-Mosel
Email, Tel.: 1578 2357 121

Dr. Elisabeth Reis, 2. Vors. von Pro-Mosel
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Heide Weidemann, stellv. BUND-Landesvorsitzende
Email, Tel.: 06532 93146