Inhaltsverzeichnis:

1. Darstellung der Baumaßnahme

1.1 Planerische Beschreibung

1.1.1 Art und Umfang der Baumaßnahme
1.1.2 Lage im vorhandenen bzw. geplanten Straßennetz
1.1.3 Bestandteil von Bedarfs- und Ausbauplanungen

1.2 Straßenbauliche Beschreibung

1.2.1 Vorhandene Strecken- und Verkehrscharakteristik
1.2.2 Vorgesehene Strecken- und Verkehrscharakteristik

2. Notwendigkeit der Baumaßnahme

2.1 Vorgeschichte der Planung mit Hinweisen auf vorausgegangene Untersuchungen und Verfahren

2.1.1 Ursprung der Planung
2.1.2 Planungsentwicklung
2.1.3 Veränderte Zielsetzung der Planung während der Dauer ihres Entwicklungsprozesses

2.2. Darstellung der unzureichenden Verkehrsverhältnisse mit ihren negativen Erscheinungsformen

2.3. Raumordnerische Entwicklungsziele

2.3.1 Erfüllung des raumordnerischen/städtebaulichen Bedarfs
2.3.2 Verbindung von Zentren

2.4 Anforderungen an die straßenbauliche Infrastruktur

2.4.1 Anpassung des Straßenzustandes an die Erfordernisse aus dem regelmäßigen Verkehrsaufkommen
2.4.2 Prognostische Einschätzung der Verkehrsentwicklung aufgrund zukünftig zu erwartender Entwicklungen (Verkehrsuntersuchungen)
2.4.3 Entlastung des vorhandenen, unzureichenden Straßennetzes
2.4.4 Anschluß an das überregionale Straßennet
2.4.5 Verbesserung der Verkehrssicherheit
2.4.6 Vereinheitlichung der Streckencharakteristik
2.4.7 Verbesserung der Wirtschaftlichkeit für die Straßennutzer

2.5 Verringerung bestehender Umweltbeeinträchtigungen

2.5.1 Verbesserung der Lärm- und Abgassituation
2.5.2 Verbesserung der Funktionsfähigkeit von Ortszentren

3. Zweckmäßigkeit der Baumaßnahme

3.1 Trassenbeschreibung

3.2 Kurzcharakterisierung von Natur und Landschaft, Beschreibung der Umwelt

3.2.1 Abgrenzung des Untersuchungsraumes
3.2.2 Kurze Charakterisierung von Natur und Landschaft, Beschreibung der Umwelt

3.3 Umweltverträglichkeit

             3.3.1 Ergebnisse der Raumempfindlichkeit und gewählte Linie
             3.3.2 Landespflegerische Untersuchungen auf der Ebene der Begleitplanung zur Planfeststellung

3.4 Beschreibung der zu erwartenden erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt unter Berücksichtigung von Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung (§ 6 (3) Nr. 3 und 4 UVPG)

3.4.1 Bedarf an Grund und Boden
3.4.2 Lärm und Schadstoffe
3.4.3 Sonstige Projektwirkungen unter Berücksichtigung von Vermeidungs- und Minderungsmaßnahme, verbleibende Umweltauswirkungen

4. Technische Gestaltung der Baumaßnahme

4.1. Trassierung

4.1.1 Gewählte Entwurfsgeschwindigkeit und Trassierungselemente
4.1.2 Unter- bzw. Überschreitung von Trassierungsgrenzwerten
4.1.3 Zwangspunkte
4.1.4 Berücksichtigung von Umfeld und Umwelt bei der Trassierung
4.1.5 Ergebnis der Sichtweitenanalyse
4.1.6 Mittelstreifenüberfahrten
4.1.7 Verbreiterung des Verkehrsraumes auf Brücken
4.1.8 Räumliche Linienführung

4.2 Querschnitt

4.2.1 Im Planungsbereich A:
4.2.2 Im Planungsbereich B
4.2.3 Befestigung der Fahrbahnen
4.2.4 Gestaltung der Böschungen
4.2.5 Einordnung von Schutzanlagen in den Querschnitt

4.3 Kreuzungen und Einmündungen, Änderungen im Wegenetz

4.3.1 Im Planungsbereich A
4.3.2 Im Planungsbereich B

4.4 Baugrund/Erdarbeiten

4.4.1. Geologie
4.4.2 Hydrologie
4.4.3 Ablagerungen, Umfang der Erdarbeiten, Massenbilanz

4.5 Entwässerung

4.5.1 Entwässerung im Planungsbereich A
4.5.2 Entwässerung im Planungsbereich B

4.6 Ingenieurbauwerke

4.6.1 Im Planungsbereich A
4.6.2 Im Planungsbereich B

4.7 Straßenausstattung

4.8 Besondere Anlagen

4.9 Öffentliche Verkehrsanlagen

4.10 Leitungen

5. Schutz-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

5.1 Lärmschutzmaßnahmen

5.2 Maßnahmen in Wassergewinnungsgebieten

5.3 Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zum Schutz von Natur und Landschaft

5.3.1 Beschreibung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zur Kompensation der verbleibenden Eingriffe
5.3.2 Schutzgutbezogene Zusammenstellung der einzelnen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

6. Erläuterungen zu Kosten

6.1 Kostenträger

6.2 Beteiligung Dritter

7. Verfahren

8. Durchführung der Baumaßnahme

8.1 Bauabschnitte

8.2 Zeitliche Abwicklung

8.3 Grunderwerb

8.4 Verkehrsregelung während der Bauzeit

8.5 Erschließung der Baustelle, Auswirkungen während der Bauzeit

8.6 Wichtige sonstige Besonderheiten

 

 

 

Anlagen:

 

Inhalte der allgemeinverständlichen Zusammenfassung nach § 6 UVPG, integriert in den Erläuterungsbericht unter nachfolgend genannten Kapiteln :

Beschreibung des Vorhabens (§ 6 Abs. 3 Nr. 1 UVPG)

Begründung und verkehrliche Zielsetzung
Beschreibung des Projekts und seiner wichtigsten Merkmale

Beschreibung der Umwelt und ihrer Bestandteile (§ 6 Abs. 4 Nr. 2 UVPG)

Abgrenzung des Untersuchungsraumes
Beschreibung der Umwelt im Untersuchungsraum

Übersicht über die geprüften Varianten und wesentliche Auswahlgründe (§ 6 Abs. 4 Nr. 3 UVPG)

Zur Linienbestimmung
Zur Planfeststellung

Bedarf an Grund und Boden sowie sonstige Projektwirkungen (§ 6 Abs. 3 Nr. 1 und 2 UVPG)

Bedarf an Grund und Boden
Emissionen

Beschreibung der zu erwartenden erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt unter Berücksichtigung von Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung (§ 6 Abs. 3 Nr. 3 und 4 UVPG)

Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung
Beschreibung der zu erwartenden erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt (§ 6 Abs. 3 Nr. 4 UVPG)

Beschreibung der Ausgleichs-/Ersatzmaßnahmen zur Kompensation der verbleibenden Eingriffe

 

 

 

1.  Darstellung der Baumaßnahme

Der vorliegende Streckenabschnitt von Platten bis Longkamp ist Bestandteil einer West-Ost-Straßenachse, die den niederländischen und belgischen Raum mit dem Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus mit anderen Regionen in Richtung Osten und Süden verbindet.

Durch den Bau der B 50 neu werden die an der alten B 50 liegenden Gemeinden vom Durchgangsverkehr und den damit verbundenen negativen Folgen für die Bewohner nachhaltig befreit.

Desweiteren werden mit der A 60/B 50 die Standortnachteile in der Eifel und im Hunsrück aufgehoben. Dabei wird nicht nur die Erreichbarkeit innerhalb des Landes und der Region verbessert, sondern gleichsam attraktive Verbindungen aus diesem Raum zu den bedeutsamen Wirtschaftszentren innerhalb und außerhalb des Landes geschaffen. Von Wichtigkeit ist dabei auch eine optimale Anbindung des Flughafens Hahn.

Die Neubaustreckenplanung von der A 1 bei Wittlich bis zum Anschluß an die bereits ausgebaute B 50 neu bei Büchenbeuren besteht aus insgesamt drei Abschnitten:

I. Abschnitt: A 1 bei Wittlich bis Platten

II. Abschnitt: Platten bis Longkamp

III. Abschnitt Longkamp bis Büchenbeuren

Die Planungen für jeden Abschnitt werden in eigenständigen Planfeststellungsverfahren durchgeführt.

 

1.1 Planerische Beschreibung

Gegenstand dieses Planfeststellungsverfahrens ist der II. Abschnitt von Platten bis Longkamp. Für die Fortführung des Hochmoselüberganges in Richtung A 61 ab dem Bereich Longkamp ist kurzfristig bis zur Verwirklichung der linienbestimmten Variante Nr. 204 (III. Abschnitt) über das Kautenbachtal neben der Umfahrung von Longkamp ein verkehrsgerechter Ausbau der bestehenden B 50 zwischen Longkamp und dem Knotenpunkt B 50/B 327 bei Büchenbeuren mit Schaffung von Überholmöglichkeiten in beide Richtungen vorgesehen.

Um diesen 20,6 km langen Abschnitt planerisch effizienter und mit einem reduzierten Zeitbedarf bewältigen zu können, wurde er in zwei Planungsbereiche unterteilt und an verschiedene Ing.Büros vergeben:

Die Unterlagen für den Planungsbereich A, der sich von Platten bis einschließlich Zubringer B 53 (Erden/Lösnich) erstreckt, wurden durch das Ing.-Büro Schönhofen aufgestellt und bearbeitet;

Für den Planungsbereich B, der die Strecke vom Zubringer B 53 (Erden/Lösnich) bis Zubringer Longkamp an die B 50 alt bei Kommen beinhaltet, wurde die Planung durch das Ing.-Büro Boxleitner aufgestellt und bearbeitet.

Die landschaftspflegerische Begleitplanung wurde für beide Planungsbereiche A und B durch das Ing.-Büro Froehlich und Sporbeck erstellt.

 

1.1.1 Art und Umfang der Baumaßnahme

Die Planung umfaßt neben dem Bau der Fahrbahnen, Nebenanlagen und Ingenieurbauwerken auch die erforderlichen Entwässerungseinrichtungen, die Anpassung des vorhandenen Wegenetzes und die landschaftspflegerischen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.

Der Planungsbereich A behandelt den Abschnitt der neuen B 50 (B 50 neu) zwischen der B 50 alt bei Platten und dem Zubringer B 53 bei Erden/Lösnich, dem Hochmoselübergang bei Zeltingen-Rachtig und dem Zubringer zwischen der B 53 westlich Lösnich und der B 50 neu.

Der Planungsbereich B umfaßt die neue B 50 zwischen dem Zubringer B 53 (Erden/Lösnich) und dem Zubringer Longkamp, sowie den Zubringer, der die Ortslage von Longkamp westlich umfährt und südlich von Kommen im Bereich der derzeitigen Verknüpfung der L 158 in die alte B 50 einmündet.

Die im Bereich der Kreuzung B 269/L 158 (Blockhaus) querende B 269 wird am Zubringer angebunden (Anschlussstelle B 269/L 159).

 

1.1.2 Lage im vorhandenen bzw. geplanten Straßennetz

Die neue B 50 stellt im funktionalen Strassennetz eine großräumige Verbindung der Straßenkategorie A1 dar, d.h. sie ist als Fernstraße eine anbaufreie Straße außerhalb bebauter Gebiete mit maßgebender Verbindungsfunktion zweibahnig mit planfreien Knotenpunkten und einer Entwurfsgeschwindigkeit Ve von mind. 100 km/h; zwischen den belgischen Ballungsräumen und dem Rhein-Main-Gebiet. Durch die Führung außerhalb bebauter Gebiete erfüllt sie gleichzeitig die Funktion einer Ortsumgehung der an der alten B 50 liegenden Gemeinden.

Der Streckenzug A 60/B 50 neu verbindet außerdem die Regionen Eifel, Mosel und Hunsrück miteinander. Die A 60 verläuft von der belgischen Grenze bei Prüm nach Bitburg und wird bis hin zur A 1 bei Wittlich fortgeführt. Mit dem Weiterbau der A 60 bis Wittlich wurde im Herbst 1994 begonnen.

Im Netz der Bundesfernstraßen bedeutet die B 50 neu die Weiterführung der Bundesautobahn A 60 vom Autobahnkreuz A 1/A 60 in östliche Richtung zur vorhandenen B 50 neu östlich von Büchenbeuren (Hunsrückhöhenstraße).

Die B 50 von Büchenbeuren bis zur A 61 bei Rheinböllen wird, soweit nicht bereits erfolgt, in verschiedenen Abschnitten vierspurig ausgebaut. In anderen Bereichen wird durch eine dritte Fahrspur die Leistungsfähigkeit bis zu einem endgültigen vierstreifigen Ausbau gewährleistet.

 

1.1.3 Bestandteil von Bedarfs- und Ausbauplanungen

Im "Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen" von 1992 ist die neue B 50 im "vordringlichen Bedarf" eingestuft.

Ein Netzschluß zur A 61 soll durch die 4-streifig eingestufte B 50 neu zwischen Wittlich und der Hunsrückhöhenstraße (B 327 bei Büchbeuren) sowie durch den daran in Richtung A 61 anschließenden Streckenabschnitt der vorhandenen B 50 hergestellt werden.

 

1.2 Straßenbauliche Beschreibung

1.2.1 Vorhandene Strecken- und Verkehrscharakteristik

Eine großräumige und überregionale Verbindung besteht im untersuchten Raum nicht.

Die geplante B 50 neu übernimmt künftig Verkehrsbeziehungen, die derzeit im regionalen Straßennetz von der B 50 alt sowie von Landes- und Kreisstraßen und überregional vornehmlich im großräumigen Netz durch abseits verlaufenden Bundesautobahnen A 4, A 61, A 3 übernommen werden. Diese großräumigen Verbindungen sind umwegig und mit Zeitverlusten verbunden.

Der vorhandene lokale klassifizierte Straßenbestand genügt nicht mehr den heutigen Anforderungen an ein modernes Straßennetz. So ist das örtliche Netz insbesondere infolge der Vielzahl von Ortsdurchfahrten auf Grund des hohen Verkehrsaufkommens einerseits nicht in der Lage, das Verkehrsaufkommen effizient zu bewältigen. Andererseits wird hierdurch die Bevölkerung in den Ortsdurchfahrten unnötig mit den negativen Folgen des hohen Verkehrsaufkommens belastet.

Darüber hinaus bestehen Defizite in der Linienführung und dem Ausbauzustand der regionalen Straßen, welche durch die typisch ländlich geprägte Streckencharakteristik wie

- unstete Linienführung

- enge Ortsdurchfahrten

- starke Gefäll-/Steigungsstrecken

- unzureichende Querschnittsbreite

- mangelhafter Fahrbahnzustand

bedingt sind.

Dieser Abschnitt überwindet als Kernstück des neuen Fernstraßenzuges die sogenannte Moselbarriere.

 

1.2.2 Vorgesehene Strecken- und Verkehrscharakteristik

Die Neubaumaßnahme B 50 ist ein großräumiger Straßenzug mit dem entsprechenden Ausbaustandard.

Sie verbindet die A 1/A 60 bei Wittlich mit der linksrheinischen Autobahn 61 bei Rheinböllen.

Prägende Merkmale der Streckencharakteristik sind die für eine solche Verbindung maßgebenden Entwurfsgeschwindigkeiten und die planfreien Verknüpfungen mit dem untergeordneten Straßennetz.

Die Verkehrscharakteristik wird zukünftig vornehmlich bestimmt durch großräumigen Verkehr mit entsprechend hohem Güter- und Schwerverkehrsanteil.

 

 

 

2.  Notwendigkeit der Baumaßnahme

2.1 Vorgeschichte der Planung mit Hinweisen auf vorausgegangene Untersuchungen und Verfahren

2.1.1 Ursprung der Planung

Mit der Planung des vorliegenden Streckenabschnittes wurde im Rahmen der Bundesautobahn A 60 (früher A 47) bereits Ende 1968 begonnen.

Die Zielsetzung war eine neue, großräumige Verbindung der belgischen Ballungsräume mit dem Rhein-Main-Gebiet und die Verknüpfung mit der Eifelautobahn A 1 (früher A 74/A 76) sowie der linksrheinischen Bundesautobahn 61 (früher A 14).

Bereits in den Jahren 1969/70 wurde von der damaligen Straßenneubauabteilung Wittlich eine Studie über die "BAB A 47, 1. Abschnitt, St. Vith-Wittlich" mit unterschiedlichen Wahllinien vorgelegt.

 

2.1.2 Planungsentwicklung

Über einen langen Planungszeitraum wurden zahlreiche Linienuntersuchungen zur Ermittlung einer verträglichen Trassenführung zwischen der A 1 und der Hunsrückhöhenstrasse durchgeführt.

Die aus der Variantenuntersuchung hervorgegangene sogenannte "Linie 204" wurde 1987 vom Bundesminister für Verkehr bestimmt. Diese Linie 204 ist Grundlage der hier vorliegenden Planung.

 

2.1.3 Veränderte Zielsetzung der Planung während der Dauer ihres Entwicklungsprozesses

An der unter Punkt 2.1.1 beschriebenen Zielsetzung für eine Gesamtmaßnahme BAB A 60 haben sich im Laufe der Planungsentwicklung u.a. folgende neuen Aspekte ergeben:

ð der Planungsabschnitt von der A 1 bis zur B 327 (Hunsrückhöhenstraße) wird Bundesstraße B 50 neu

ð der weitere Verlauf bis zur BAB A 61 ist im Endzustand eine vierstreifige Bundesfernstraße.

 

2.2. Darstellung der unzureichenden Verkehrsverhältnisse mit ihren negativen Erscheinungsformen

Das im Untersuchungsraum vorhandene Straßennetz (B 50, L 47, L 53 und L158), muß wegen der unsteten Linienführung bei unzureichenden Querschnittsbreiten, starken Gefälle- und Steigungsstrecken insbesondere zur Querung des Moseltals, niveaugleichen Einmündungen, zahlreichen Ortsdurchfahrten für das heutige Verkehrsaufkommen als nicht mehr leistungsfähig bzw., umwelt- und umfeldgerecht bezeichnet werden. Darüber hinaus kann dieses Netz die Aufgabe einer großräumigen Verbindungsachse benachbarter Ballungsräume in keiner Weise erfüllen.

 

2.3. Raumordnerische Entwicklungsziele

2.3.1 Erfüllung des raumordnerischen/städtebaulichen Bedarfs

Die Realisierung des Hochmoselüberganges im Zuge der B 50 neu ist strukturpolitisch insbesondere für die Regionen Eifel, Mosel und Hunsrück von großer Bedeutung. Zusammen mit der Autobahn A 60 wird eine Verkehrsachse hergestellt, die zugleich auch eine neue Wirtschaftsachse für den gesamten Raum darstellt.

Dieser West - Ost - Straßenzug wird auf direktem Weg den niederländischen und belgischen Raum und seine Seehäfen mit dem Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus in weiterer West - Ost - Führung auch mit den neuen Ländern sowie den Osteuropäischen Staaten verbinden.

Zugleich wird dadurch ebenfalls die Erreichbarkeit des Flughafens Hahn entscheidend verbessert.

Die Region Eifel-Hunsrück ist durch die geschichtliche Entwicklung und die ausgeprägte Mittelgebirgslage verkehrlich nur unzureichend erschlossen.

Leistungsfähige Anbindungen an die umliegenden Ballungsräume fehlen oder sind nur in Teilabschnitten vorhanden, so daß wichtige Vorraussetzungen für neue Gewerbe- bzw. Industrieansiedlungen weitgehend fehlen.

Der tiefgreifende Strukturwandel der Region, der sich in der zivilen Nutzung militärischer Einrichtungen (z.B. Flughafen Hahn, Bitburg) niederschlägt, ermöglicht dem Eifel-Hunsrück-Raum neue Perspektiven einer eigenständigen Entwicklung, die jedoch den weiteren Ausbau des regionalen und flächenerschließenden Straßennetzes voraussetzen.

Aber auch für die Erreichbarkeit der Infrastruktur- und Erholungseinrichtungen, die Förderung der Standortgunst ansässiger und neuer Betriebe, ist ein Grundgerüst von leistungsfähigen Straßen unabdingbar.

 

2.3.2 Verbindung von Zentren

Die B 50 neu hat neben der unter Kap. 2.3.1 dargestellten überregionalen Funktion die Aufgabe, zusammen mit der A 1, A 61 und A 60 die rheinlandpfälzischen Oberzentren Trier und Mainz miteinander zu verbinden.

 

 

2.4 Anforderungen an die straßenbauliche Infrastruktur

2.4.1 Anpassung des Straßenzustandes an die Erfordernisse aus dem regelmäßigen Verkehrsaufkommen

Das Verkehrsaufkommen im vorhandenen Straßennetz und die zu erwartende Verkehrsentwicklung bedingen den Bau der B 50 neu als Weiterführung der A 60 bis zur A 61 bei Rheinböllen.

 

2.4.2 Prognostische Einschätzung der Verkehrsentwicklung aufgrund zukünftig zu erwartender Entwicklungen (Verkehrsuntersuchungen)

Aus der "Regionalen Verkehrsuntersuchung A 60 /B 50 neu Eifel/Hunsrück" der VERTEC GmbH, Koblenz von 1995, die im Auftrag des Landesamtes für Straßen- und Verkehrswesen Rheinland-Pfalz durchgeführt wurde, und einer aktuellen Zusammenfassung von 1998 ergänzt um eine "Fensteruntersuchung, Anschlußvarianten Longkamp- Kommen" ergeben sich für den Prognosehorizont 2015 folgende Verkehrsbelastungen:

Durchgehender Straßenzug B 50 neu von Platten bis Zubringer Erden/Lösnich:

17.600 Kfz/24 h

Zubringer B 53, Erden /Lösnich:

4.300 Kfz/24 h

Durchgehender Straßenzug B 50 neu von Zubringer Erden/Lösnich über den Zubringer Longkamp bis zur AS B 269/ L158 bei Kommen:

13.800 Kfz/24h

Die Konzeption der Planung beruht auf den oben genannten Ergebnissen der Verkehrsuntersuchungen.

Der gewählte Querschnitt RQ 26 ist in der Lage, die prognostizierten Verkehrsmengen mit der für die Straßenkategorie A I erforderlichen Qualität, Leichtigkeit und Sicherheit zu bewältigen.

Ausreichende Reserven sind vorhanden.

 

2.4.3 Entlastung des vorhandenen, unzureichenden Straßennetzes

Mit dem Neubau der B 50 wird das bestehende Straßennetz erheblich vom vorhandenen überregionalen und regionalen Durchgangsverkehr entlastet:

Gemäß dem v.g. Verkehrsgutachten sind nachfolgende Entlastungswerte zu erwarten:

Durch die neue B 50 werden sich weitere Belastungsverschiebungen im Moseltal zwischen Zeltingen/Wehlen und Kinheim einstellen, welche als Maximum eine Entlastung von 3.100 Kfz/24 h zur Folge haben.

Entlastet wird auch die B 269 zwischen dem Anschluß mit der B 50 neu und dem Verknüpfungspunkt mit der B 327 bei Morbach. Die Entlastung liegt bei ca. 2.200 Kfz/24 h, das Verkehrsaufkommen wird auf den Streckenzug B 50 neu/B 327 verlagert. Auf dem Streckenabschnitt der B 327 zwischen der B 50 neu (Hinzerath) und der Gemeinde Morbach neutralisiert sich diese Belastungsverschiebung, da entlastende Verkehrsströme aus der Region Trier (Hunsrückhöhenstraße B 327) in einer Größenordnung von ca. 2.000 Kfz/24 h bis 2.500 Kfz/24 h die ursprünglichen Mehrbelastungen wieder aufheben.

 

2.4.4 Anschluß an das überregionale Straßennetz

Die vorliegende Planung zur B 50 neu ist ein weiterer Schritt zur Herstellung der Verbindung der Ballungsräume in Belgien mit dem Rhein-Main-Gebiet und zur Verknüpfung mit dem bundesdeutschen Fernstraßennetz.

Im Landesverkehrsprogramm Rheinland-Pfalz ‘90 ist zur Sicherung der Verkehrsinfrastruktur vorrangig die Schließung von Lücken im Fernstraßennetz vorgesehen.

 

2.4.5 Verbesserung der Verkehrssicherheit

Die B 50 neu übernimmt künftig Verkehrsbeziehungen, die derzeit u.a. auf dem vorhandenen regionalen Strassennetz abgewickelt werden müssen; dieses ist dafür nur unzulänglich ausgestattet. Die mit dem Neubau der B 50 verbundene Entlastung stellt somit einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrssicherheit dar. Vor allem die belasteten Ortsdurchfahrten werden von der Reduzierung des Verkehrsaufkommens profitieren.

 

2.4.6 Vereinheitlichung der Streckencharakteristik

Die Trassierung des vorliegenden Abschnittes paßt sich nahtlos an den in Fortführung der A 60 neu gebildeten Abschnitt der B 50 neu zwischen der A 1 bei Wittlich und der Anbindung an die B 50 alt bei Platten (km 66,675 - km 71,137) an, so daß hier auch mit der geplanten Weiterführung der B 50 in Richtung A 61 bei Rheinböllen ein homogener Straßenzug geschaffen wird.

 

2.4.7 Verbesserung der Wirtschaftlichkeit für die Straßennutzer

Die für eine Maßnahme in dieser Größenordnung erforderlichen hohen Investitionen sind aufgrund der daraus resultierenden Vorteile für den Straßennutzer in Form von Zeit- und Betriebskostenersparnissen wirtschaftlich.

Durch eine höhere Mobilität und leichtere Erreichbarkeit der Wirtschaftsräume Trier und Wittlich wird das Feriengebiet Wittlicher Land/Mosel/Hunsrück weiter an Attraktivität gewinnen und die Standortgunst der Region nachhaltig positiv beeinflußt (vgl. auch Kap. 2.3.1).

 

 

2.5 Verringerung bestehender Umweltbeeinträchtigungen

2.5.1 Verbesserung der Lärm- und Abgassituation

In den mit dem Bau der B 50 neu vom Durchgangsverkehr befreiten Ortsdurchfahrten wird sich eine spürbare Reduzierung des Verkehrsaufkommens ergeben, was zu einer wesentlichen Minderung hinsichtlich der Lärm- und Abgasbelastung führt.

 

2.5.2 Verbesserung der Funktionsfähigkeit von Ortszentren

Mit der Entlastung der Ortszentren vom Durchgangsverkehr wird die Voraussetzung geschaffen durch Verkehrsberuhigungsmaßnahmen und attraktive Straßenraumgestaltung die Qualität des Wohnumfeldes zu steigern, die Funktionsfähigkeit insgesamt zu verbessern und die Entwicklung des Fremdenverkehrs zu begünstigen.

 

 

 

3.  Zweckmäßigkeit der Baumaßnahme

3.1 Trassenbeschreibung

Das Gebiet des Abschnittes II der B 50 neu liegt innerhalb des Regierungsbezirkes Trier im Landkreis Bernkastel-Wittlich. In der Verbandsgemeinde Wittlich-Land werden die Gemeinde Platten, in der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues die Gemeinden Zeltingen-Rachtig, Ürzig, Erden, Lösnich, Graach, Gemeindeteile der Stadt Bernkastel-Kues, Longkamp, Kleinich, Monzelfeld, Maring-Noviand und Kommen von der Planung berührt.

Ebenfalls betroffen sind Gemarkungsteile der Stadt Wittlich (Gemarkung Wengerohr) sowie mit Kompensationsmaßnahmen in der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, Gemeindeteile der Stadt Traben-Trarbach und die Gemeinde Irmenach sowie die Gemeinde Morbach.

Innerhalb der an der Landesgrenze von Belgien (Steinebrück) beginnenden Kilometrierung des Streckenzuges A 60 - B 50 neu liegt der im Entwurf behandelte Streckenabschnitt zwischen km 71,137 und 91,713. Er ist 20, 6 km lang.

Der Zubringer Erden - Lösnich hat eine Länge von ca. 3,4 km.

Die B 50 neu erhält im Straßennetz die Funktion einer überregionalen Fernstraße. Hierauf sind die straßenbaulichen Merkmale abgestimmt.

Anschließend an den bereits im Planfeststellungsverfahren befindlichen ersten Teilabschnitt im Bereich der als großer Kreisverkehrsplatz konzipierten Anschlußstelle Platten überquert die Gradiente die in ihrer Lage unveränderte K 58 WIL zwischen Wahlholz und Platten und den am Talrand der Wittlicher Senke mäandrierenden Bieberbach mit einer dessen ökologischer Bedeutung angemessenen 200 m langen Talbrücke.

Der Aufstieg zum Moselrandberg mit einer Längsneigung von 5 % wurde sorgfältig den topographischen Verhältnissen angepaßt. Mit Hilfe fotorealistischer Visualisierungen von verschiedenen Standorten aus, insbesondere aus dem Bereich der Ortslage Platten, wurde die Ausformung des Erdkörpers optimiert.

Die Talauen am Wasserbaum und Weierborn werden mit 200 m bzw. 100 m langen Talbrücken überquert. Dies mindert ebenso wie der 100 m lange Tunnel durch den Moselrandberg die Zerschneidungswirkung des Verkehrsweges.

Im Anschluß an den Tunnel wird das Moseltal mit einer 1700 m langen und maximal 158 m hohen Brücke überquert. Vorgesehen ist ein insgesamt leicht wirkender Überbau (niedriger Stahlrohrkasten) mit schlanken, in Querrichtung mit kubischen Parabeln geformten Pfeilern über 11 Felder und großen abgestuften Feldweiten zwischen 105 m und 210 m.

Zur Beurteilung der Auswirkungen auf das Landschaftsbild wurden fotorealistische Visualisierungen vor allem aus dem Sichtfeld der betroffenen Ortslagen Zeltingen-Rachtig und Ürzig gefertigt.

Der Planungsbereich A schließt noch den Zubringer Erden - Lösnich aus dem Moseltal am östlichen Brückenwiderlager, einschließlich dessen Verknüpfung mit ein.

Der Zubringer bindet die auf der linken Moselseite verlaufende Bundesstraße 53 über die bestehende Moselbrücke im Zuge der L 189 an die neue B 50 an.

Zur Verknüpfung der Verkehrswege der rechten Moselseite (L 189 und Gemeindeverbindungsweg Erden - Lösnich) mit dem Zubringer wurde ein kleiner Kreisverkehrsplatz (D = 40 m) konzipiert.

Der Zubringer überwindet den Höhenunterschied von ca. 160 m aus dem Moseltal im Bereich des relativ flachen Gleithangs der Moselschleife geländeangepaßt mit einer maximalen Steigung von 7,4 % auf einer Gesamtlänge von 3,4 km.

Zur Sicherung vorhandener Wegebeziehungen dienen 3 Überführungen von Wirtschaftswegen sowie die Unterführung eines Wanderweges.

Am oberen Talrand, kurz vor dem Anschluß an die B 50 neu, wurde der "Rastplatz Mosel-blick" mit 48 PKW- und 10 LKW-Stellplätzen an den Zubringer angebunden.

Dieser Rastplatz gewährt einen Blick auf das schon aufgrund seiner Dimensionierung herausragende Brückenbauwerk, ein besonderes Zeugnis der Ingenieurbaukunst, und die besondes reizvolle Mosellandschaft im Bereich der Moselschleife Wehlen - Zeltingen-Rachtig - Ürzig.

Der Planungsbereich B beginnt südöstlich des Zubringers B 53.

Die Trasse verläuft auf dem Moselsporn, angepaßt an die topographischen Verhältnisse, im Bereich der Wasserscheide. Sie steigt zunächst auf einer Länge von 2 km kontinuierlich mit ca. 3,9 %, durchfährt einen kurzen Sattel (ca. 1 km), um dann mit 4,5 % Steigung auf einer Länge von ca. 1,8 km zum höchsten Punkt des Moselsporns, den Graacher Schanzen, aufzusteigen.

Die Graacher Schanzen, eine Befestigungsanlage aus Erdwällen, Laufgräben und Stützmauern, errichtet gegen Ende des 18. Jahrhunderts, sind als Kulturdenkmal eingestuft.

Im Querungsbereich wird eine von 7 Wildbrücken vorgesehen, auf der die Konturen der unterbrochenen Wall-Graben-Anlage hergestellt werden.

Anschließend schwenkt die Trasse, dem Hochplateau zwischen dem Kautenbach/ Waschbachtal und dem Tiefenbachtal auf der Wasserscheide folgend, nach Südosten.

Der vorerst zurückgestellte Planungsabschnitt, entsprechend der Linienbestimmung, überquert in Hochlage rechtwinklig das Waschbachtal, während der Zubringer B 50a in südlicher Richtung, westlich von Longkamp, bis zur Hangkante des Tiefenbachtals abfällt, um dann abgerückt von Longkamp und Kommen, nach Kreuzung und Anbindung der B 269/L 158 beim "Waldgasthaus Blockhaus" zur bestehenden B 50a südlich von Kommen auf die Hochfläche des Hunsrücks aufzusteigen.

Die durch Longkamp führende B 50 alt wird im Querungsbereich örtlich angepaßt und überführt.

Die L 158 wird ab der AS B 269 am Blockhaus auf die Funktion eines Hauptwirtschaftsweges zurückgebaut; gleiches erfolgt mit der B 50 alt südlich von Kommen.

Zur Reduzierung der akustischen Beeinträchtigung des Raumes und zur besseren optischen Einbindung der Straßen in Dammlagen sind im Sinne der Vermeidung Aufwallungen entlang der Straße vorgesehen. Als Nebeneffekt können dadurch ortsnah Massen eingebaut werden.

Die Entwässerung erfolgt über Versickerung und Sammlung des anfallenden Straßenwassers in Regenrückhaltebecken. Das Wasser wird hier über eine belebte Oberbodenzone versickert, bei Starkregenereignissen erfolgt eine kontrollierte Durchströmung des Dammes der Rückhaltebecken.

 

 

3.2 Kurzcharakterisierung von Natur und Landschaft, Beschreibung der Umwelt

3.2.1 Abgrenzung des Untersuchungsraumes

Der Untersuchungsraum umfasst ein Gebiet von mindestens 500 m beidseitig der geplanten Trasse. Die Abgrenzung orientiert sich an den Nutzungen und den landschaftlichen Gegebenheiten. In Bereichen mit besonderer Empfindlichkeit oder einer Vernetzungsfunktion erfolgt eine Aufweitung des Untersuchungsraumes, um die Erfassung aller erheblichen und nachhaltigen Auswirkungen sicherzustellen.

 

3.2.2 Kurze Charakterisierung von Natur und Landschaft, Beschreibung der Umwelt

Naturräumlich gehört der Untersuchungsraum zur Obereinheit Moseltal (25) und Hunsrück (24). Der westliche Teil des Untersuchungsraumes gehört zur Haupteinheit Wittlicher Senke (251) und hier zu der Untereinheit Wittlicher Tal. Die Wittlicher Senke erstreckt sich parallel zur Mosel. Sie wird im Westen von den Eifelhöhen und im Osten von den Moselbergen eingerahmt und liegt auf einer Höhe von 130 - 200 m ü. NN. Östlich der Wittlicher Senke schließt sich das Mittlere Moseltal (250) an, das sich in die Untereinheit Moselberge westlich der Mosel und die Untereinheit Traben-Trarbach-Zeller Moselschlingen östlich der Mosel aufgliedert. Die Mosel verläuft hier in einem Tal, das zwischen 150 und 300 m tief eingeschnitten ist und eine überwiegend schmal entwickelte Aue hat. Die westlich der Mosel verlaufenden Moselberge trennen den Fluß von der Wittlicher Senke. Sie bilden keinen zusammenhängenden Höhenzug, sondern sind durch Moselzuflüsse zerschnitten und haben dadurch ein unruhiges, kuppiges Relief. Die Traben-Trarbach-Zeller Moselschlingen, als Teil der Mittelmosel, zeichnen sich durch ihre charakteristischen Flußschleifen aus. Die Prallhänge sind hier sehr steil und auf den Gleithängen befinden sich häufig Terrassensedimente.

Die Moselschlinge im Untersuchungsgebiet bildet einen sehr markanten und eng begrenzten Moselsporn aus, der im Osten in den "südwestlichen Moselhunsrück" und die "Longkamper Hochfläche" übergeht. Diese naturräumliche Einheit wird von Seitentälern der Mosel stark in Sporne und Riedel aufgelöst und bildet klimatisch und ökologisch den Übergang von der Mosel zur Hunsrück-Hochfläche.

 

3.2.2.1 Mensch, Wohnen und Erholung

Die Siedlungsstruktur im Untersuchungsgebiet ist durch das Vorherrschen kleiner, ländlich und weinbaulich geprägter Gemeinden oder Gemeindeteile bestimmt.

Der Weiler Wahlholz im Westen ist als Mischgebiet ausgewiesen. Die Moselgemeinden Zeltingen - Rachtig, Erden, Lösnich und der Ortsteil Graacher Schäferei der Gemeinde Graach sind als gemischte Bauflächen ausgewiesen. Ürziger Mühle und der Nordrand von Rachtig sind als Gewerbegebiete festgelegt. Die im Hunsrück gelegenen Ortslagen Longkamp und Kommen sind im Untersuchungsgebiet ebenfalls als Dorf- und Mischgebiet ausgewiesen.

Die Bewertung der Wohnfunktion orientiert sich an den Vorgaben der Flächennutzungsplanung. Dabei kommt ausgewiesenen Wohngebieten eine sehr hohe, Mischgebieten eine hohe Bedeutung und Empfindlichkeit bezüglich der Wohnfunktion zu. Im Untersuchungsgebiet kennzeichnet eine hohe Bedeutung die vorhandenen Siedlungsflächen.

Bedeutsam für die Wohnumfeldfunktion sind die siedlungsnahen Freiräume im direkten Umfeld der Ortslagen.

Das Untersuchungsgebiet besitzt eine hohe Bedeutung für die Erholung. Besonders hervorzuheben ist das Moseltal mit den begleitenden Moselrandhöhen als bedeutsame Urlaubs- und Fremdenverkehrsziel. Hoch bedeutsam sind zudem das Bieberbachtal in der Wittlicher Senke sowie die Graacher Schanzen und die Eiserne Weinkarte als Erholungsziel – und ausgangspunkt vieler Wandermöglichkeiten.

Zu den Infrastruktureinrichtungen für die landschaftsbezogene Erholung gehören Wanderwege, Radwege, Schutzhütten, Lehrpfade u.ä. Wichtigste Wanderwegebeziehung ist der Moselhöhenweg beidseitig des Moseltales und dessen Vernetzung mit dem Umland.

 

3.2.2.2 Tiere und Pflanzen

Die Vegetation des Untersuchungsgebietes weist, in Abhängigkeit von den unterschiedlichen Landschaftsräumen einen unterschiedlichen Charakter auf. Die Wittlicher Senke ist durch einen hohen Anteil an landwirtschaftlich genutzten Flächen charakterisiert. Grünlandwirtschaft und Ackerbau, gegliedert durch wenige Gehölze, stellen dabei die Hauptnutzungsformen dar. Der Bieberbach wird von einem schmalen Hainmieren-Schwarzerlen-Bachufer-wald gesäumt. Die zwischen Wittlicher Senke und Moseltal gelegenen Moselrandberge sind überwiegend mit Buchenwald, Eichen-Buchenforsten, Eichen-Hainbuchenniederwäldern und Nadelholz- und Mischholzforsten bewaldet. Im Übergangsbereich zu den Weinbergen hat sich in Teilbereichen ein Hainsimsen-Traubeneichenwald entwickelt. Die Moselhänge werden beidseitig der Mosel fast ausschließlich als Rebflächen genutzt.

Ausgedehnte, z. T. verbuschte, trocken-warme Brachen finden sich insbesondere westlich der Rachter Höhe, oberhalb der Graacher Schäferei und im Bereich der Graacher Schanzen. Von besonderer Bedeutung sind die südexponierten Ginsterheiden des Gebietes, so z.B. im Bereich des östlichen Feldes der Hochmoselbrücke. Die Moselrandhöhen werden mehrheitlich von Waldflächen eingenommen, die überwiegend forstlich geprägt sind und einen hohen Nadelholzanteil aufweisen. Naturnahe Buchen- und Eichenwälder finden sich nur noch vereinzelt. Eingestreut in die Wälder sind landwirtschaftlich genutzte Bereiche mit Acker- und zumeist extensiver Grünlandnutzung. Insbesondere die extensiven Grünländer auf dem Moselsporn sind aufgrund ihres Artenreichtums bedeutsam. Auf den tiefgründigeren Böden der Longkamper Hochfläche dominiert die landwirtschaftliche Nutzung, wobei Ackerland überwiegt.

Nachfolgend sollen die typischen, zumeist schutzwürdigen und gefährdeten Tierarten und ihre Lebensräume kurz vorgestellt werden. Folgenden Arten gelten als besonders typisch und, bedingt durch ihre landes- oder bundesweite Gefährdung als schutzwürdig eingeschätzt. Sie eignen sich als Indikatoren für die Qualität des Landschaftsraumes:

Die in der Bundesrepublik stark gefährdete Wildkatze ist ein Indikator für ungestörte Waldbereiche mit  strukturreichen angrenzenden Wiesen und für unzerschnittene Lebensräume. Ihr Vorkommen in den Moselrandbergen westlich der Mosel und auf fast dem gesamten Moselsporn bis in den Hunsrück kennzeichnet die sehr hohe Bedeutung des Raumes als Tierlebensraum. Dabei sind die Tiere westlich der Mosel der Eifelpopulation zuzuordnen, östlich der Mosel schließt die Hunsrückpopulation an; beide zusammen bilden den südwestdeutschen Verbreitungsschwerpunkt.

Der gefährdete Baummarder ist ein Indikator für große, zusammenhängende störungsarme Waldgebiete (Reviergrößen ca. 2000 ha) und naturnahe, artenreiche Waldbestände mit einem hohen Alt- und Totholzanteil. Er findet sich sowohl im Zeltingen-Rachtiger Wald als auch in den Waldgebieten des Moselsporns und des Moselhunsrücks.

Als Indikator für eine naturnahe Kulturlandschaft mit einem hohen Grenzlinienanteil kann der gefährdete Dachs gelten, sein häufiges Vorkommen im gesamten Untersuchungsgebiet belegt die Strukturvielfalt und hohe Qualität des Landschaftsraumes.

Der gefährdete Iltis und die stark gefährdete Sumpfspitzmaus sind Indikatoren für intakte Feuchtbiotope und Gewässersysteme. Sie wurden in der Bieberbachaue nachgewiesen. Der Iltis besiedelt zudem die Talräume von Kautenbach und Tiefenbach.

Der Grünspecht ist ein Indikator für halboffene Mosaiklandschaften mit Altholzbeständen, Laub- und Mischwaldrändern, Wiesen, Streuobst und Schlagfluren. Im Untersuchungsgebiet tritt er östlich der Mosel in den Laubwäldern am Erdener Berg, im Wald-Grünland-Komplex an den Alten Schanzen sowie in den Niederwäldern östlich des Tiefenbachs auf.

Der gefährdete Schwarzspecht als Indikator für ausgedehnte Nadel- und Mischwälder mit Altholzbeständen und angrenzenden Offenländern kommt im Zeltingen-Rachtiger Wald und in den älteren Waldbeständen auf dem Moselsporn vor.

Der Mittelspecht kennzeichnet ältere durch Eichen geprägte Wälder. Eichenwälder in der Wittlicher Senke und im Moseltal stellen einen Verbreitungsschwerpunkt des seltenen Mittelspechtes im Regierungsbezirk dar.

Der Gelbspötter ist Indikator für gebüschreiche, lockere Wälder und Waldränder. Er findet sich im Bereich der Graacher Schanzen und strukturreichen Oberhangbereichen des Tiefenbachtals.

Als Indikator für abwechslungreich gegliederte, busch- und gehölzreiche Landschaften mit hohem Kleinvogelvorkommen ist der Sperber im Untersuchungsgebiet häufig anzutreffen.

Der gefährdete Neuntöter und der vom Aussterben bedrohte Raubwürger kennzeichnen die extensiv genutzte Kulturlandschaft mit Hecken und Gehölzen. Im Untersuchungsraum brütet der Raubwürger im Biotopkomplex Bieberbach und auf der Ginsterheide östlich Rachtig. Der Neuntöter ist im gesamten Gebiet noch relativ häufig anzutreffen

Die gefährdete Hohltaube kennzeichnet lichte Laub- und Mischwälder mit geeigneten Bruthöhlen. Im Untersuchungsraum bewohnt sie bevorzugt Rotbuchen-Althölzer, in denen der Schwarzspecht als Höhlenbauer auftritt. Sie tritt, wie auch der Schwarzspecht, im Zeltingen-Rachtiger Wald westlich und in den Laubwaldbereichen östlich der Mosel auf.

Die ebenfalls gefährdete Schafstelze weist in der Wittlicher Senke ein Vorkommen auf. Bevorzugte Lebensräume der Art sind feuchte Wiesen und Viehweiden.

Das gefährdete Rebhuhn ist Indikator für eine kleinflächig gegliederte saumreiche Ackerlandschaft. Im Untersuchungsgebiet findet es sich oberhalb Erden und Lösnich sowie auf den Landwirtschaftsflächen um Longkamp.

Die Ringelnatter als Indikator für feuchte, nicht durchgehend bewaldete Bachauen mit angrenzenden, sonnenexponierten Hangwäldern findet sich in den größeren Bachauen.

Der Feuersalamander ist Indikator für intakte Quellbäche mit umliegenden Laubwäldern. Individuenreiche Vorkommen finden sich in den Nebenbächen des Mühlenbaches und des Kautenbaches auf der nordlichen Seite des Moselspornes.

Die Zauneidechse kennzeichnet trockene, mit halbhohen Stauden und Büschen bewachsene, klimatisch begünstigte Biotopkomplexe. Im Gebiet besteht eine Population im Bereich der Graacher Schanzen.

Die Mauereidechse ist Indikator für sonnenexponierte, kleinräumig strukturierte Gesteins- und Felsbiotope. Sie findet sich häufig im Bereich der wärmebegünstigten Weinbergs-Oberhänge des Moseltales.

Die Artengruppe Tagfalter charakterisiert extensive, artenreiche Grünländer, Ruderalfluren, Säume und Gebüsche auf wärmebegünstigten Standorten. Sie kennzeichnet die extensiv genutzten, artenreichen Grünländer auf dem Moselsporn und die Säume oberhalb der südexponierten Weinberge.

Die Talsysteme des Kautenbachtes und des Tiefenbaches mit alten Erzstollen stellen einen bedeutsamen Lebensraum für mehrere, z. T. stark gefährdete Fledermausarten dar.

Im Planungsbereich A sind daher als besondere Bereiche zu nennen:

Weite Flächen des Planungsbereiches B haben aufgrund der naturräumlichen Situation, der klimatischen Gunst, der Naturnähe und der Ungestörtheit und geringen Zerschneidung eine besondere Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt.

Als besonders bedeutsame Bereiche sind herauszustellen:

Eine besondere Erwähnung müssen die Bachsysteme des Kautenbaches und des Tiefenbaches aufgrund ihrer überregionalen faunistischen Bedeutung bekommen. Hier sind insbesondere die Wechselbeziehungen zwischen den Talsystemen, z.B. für die individuenreichen Fledermausvorkommen in beiden Talsystemen zu berücksichtigen.

Insgesamt unterliegt das Gebiet vergleichsweise geringen Vorbelastungen und weist eine hohe bis sehr hohe Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt auf.

Die naturnahen Bachtäler, Quellbereiche, Feuchtwiesen, Heiden, Felsfluren und -gebüsche sind nach § 24 LPfIG Rheinland-Pfalz geschützte Landschaftsteile.

Im Rahmen der faunistischen Sonderuntersuchung zur UVS B 50 neu war es möglich, einige der festgestellten Arten als besonders typisch und schutzwürdig zu erkennen und als Indikatorarten gesondert zu behandeln und zu berücksichtigen. Für die vorliegenden Landschaftsräume wurden die Arten Wildkatze, Baummarder, Dachs, Iltis, Sumpfspitzmaus, Grünspecht, Gelbspötter, Sperber, Rebhuhn, Ringelnatter, Feuersalamander, Zaun- und Mauereidechse, Tagfalter, Fledermäuse, Schafstelze, Raubwürger, Neuntöter, Mittelspecht, Schwarzspecht und Hohltaube als besonders typisch und, bedingt durch ihre landes- oder bundesweite Gefährdung, als besonders schutzwürdig eingeschätzt:

Insgesamt ist das Untersuchungsgebiet durch das Vorkommen zahlreicher seltener und gefährdeter Arten gekennzeichnet. Dabei sind zahlreiche der genannten Indikatorarten besonders empfindlich gegenüber straßenbedingten Störungen sowie der Zerschneidung ihrer Lebensräume und sind durch den Verkehrstod gefährdet.

 

3.2.2.3 Boden

Der Untersuchungsraum ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges, wobei sich eine Zweiteilung in den Bereich Wittlicher Senke im Westen mit Rotliegenden-Sedimenten und den Bereich der Mosel und des Hunsrücks im Osten aus Devongesteinen ergibt.

Geologisch ist die Wittlicher Senke im wesentlichen aus Sandsteinen und Schiefertonen sowie Konglomeraten aufgebaut. In den Talauen befinden sich junge Sand- und Kiesablagerungen und Auenlehme. Je nach den Korngrößen des Ausgangsgesteins treten in der Wittlicher Senke leichte bis schwere Lehmböden vom Typ Braunerden auf. Vereinzelt finden sich auch Lößböden; in den Talauen treten Naßgleye auf.

Mit den sich östlich an die Wittlicher Senke anschließenden Moselbergen wird geologisch der Hunsrück erreicht. Dieser Teil des Untersuchungsraumes wird von Schiefer aufgebaut, seltener werden an Talhängen Grauwacken und Quarzite angeschnitten. Die älteren Terrassen der Mosel sind mit Schottern, Sanden und Lehmen bedeckt. Die Auenbereiche werden von sandigen Auelehmen gebildet. Aus leichten Lehmböden haben sich hauptsächlich Braunerden gebildet, zum Teil findet man auch Lößböden. Die Hochflächen nordöstlich von Zeltingen-Rachtig tragen Ranker. In den Bach- und Flußtälern haben sich grundwasserbeeinflußte Böden entwickelt.

Böden mit hoher Lebensraumfunktion aufgrund ihrer Natürlichkeit finden sich im Planungsraum vor allem im Bereich der naturnahen Wälder.

Die Böden des Untersuchungsgebietes weisen mit Ausnahme der flachgründigen Steilhänge zumeist eine mittlere bis hohe Speicher- und Reglerfunktion auf. Die Empfindlichkeit des Grundwassers gegenüber einer Grundwasserverschmutzung ist somit überwiegend gering.

Die Natürliche Ertragsfunktion der Böden ist in der Wittlicher Senke hoch, im Übrigen mittel bis gering. Bodenschutzwald ist auf den erosionsgefährdeten, stärker geneigten Hangflächen der Bachtäler ausgewiesen.

 

3.2.2.4 Wasser

Alle Fließgewässer im Untersuchungsraum gehören dem Einzugsbereich der Mosel (Gewässer I. Ordnung) an. Die Mosel ist das prägende Oberflächengewässer des gesamten Raumes. Zwischen Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach wird die Wasserqualität als kritisch belastet eingestuft. Die Mosel wurde durch den Ausbau als Schiffahrtsstraße erheblich verändert, die Fließgeschwindigkeit hat sich stark verringert und die Staubereiche haben heute oftmals Seencharakter.

Der Bieberbach in der Wittlicher Senke als Gewässer 3. Ordnung ist mäßig belastet. Hauptfließgewässer stellen im Bereich des Moselsporns der Böngertsbach und der Mühlenbach mit seinen Nebenbächen dar, die beide in nordwestliche Richtung in die Mosel fließen sowie der Schraubeler Bach, der in den Kautenbach einmündet. Nördlich Longkamp entspringen zwei Nebenbäche des Waschbaches, der dem Kautenbach zufließt.

Der Tiefenbach entspringt südlich Longkamp und mündet bei Bernkastel-Kues in die Mosel. Ihm fließen bei Longkamp zwei naturnahe kleine Nebenbäche zu.

Alle kleinen Fließgewässer südöstlich der Mosel sind durch eine hohe Gewässergüte und einen naturnahen Verlauf gekennzeichnet.

Den wenigen vorhandenen Stillgewässern kommt eine untergeordnete Bedeutung zu.

Der Teil des Untersuchungsraumes, der der Wittlicher Senke zuzuordnen ist, besitzt ergiebige Grundwasservorkommen. Die Höhenschotter der Moselrandhöhen und das Moseltal weisen eine mäßige Grundwasserhöffigkeit auf. Östlich der Mosel sind nur Grundwasservorkommen mit geringer Ergiebigkeit anzutreffen. Im gesamten Untersuchungsraum besteht eine durchschnittlicher Empfindlichkeit des Grundwassers gegenüber Verschmutzungen.

Als Wasserschutzgebiete festgesetzt sind westlich der Mosel das Wasserschutzgebiet nordöstlich Platten, das Wasserschutzgebiet "Mittelmosel" nordöstlich Wahlholz (Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues) sowie östlich der Mosel das Wasserschutzgebiet der Gemeinde Kautenbach in einem Seitental des Kautenbaches nördlich Longkamp

Auf dem Moselsporn ragt die weitere Schutzzone des Heilquellenschutzgebietes Bad Wildstein von Osten in das Untersuchungsgebiet. Innerhalb des Heilquellenschutzgebietes wird ein Wasserschutzgebiet der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach angeschnitten.

 

3.2.2.5 Klima / Luft

Die regionalklimatischen Verhältnisse des Untersuchungsraumes lassen sich wie folgt charakterisieren: Die mittlere Lufttemperatur für Januar/Juli liegt sowohl in der Wittlicher Senke als auch im Moseltal bei 1o C bis 2o C / 18o C bis 19o C. Die mittlere Niederschlagshöhe liegt bei 700 mm bis 800 mm (Zeitraum 1961 bis 1990). Der Schwerpunkt der Niederschläge liegt im Juli und Oktober. Im Gebiet sind Süd- bis Westwinde am häufigsten. Das Moseltal hat aus bioklimatischer Sicht stellenweise eine etwas höhere Wärmebelastung als die Wittlicher Senke. Die jährliche Vegetationsperiode dauert 230 - 240 Tage, auf den Hunsrückhöhen nur 200 - 230 Tage.

Lokale Klimaschutzwälder sind im Untersuchungsraum hauptsächlich oberhalb der Weinberge ausgewiesen, so auf den Moselbergen südlich von Ürzig, auf dem Erdener Berg südlich von Erden und Lösnich und auf der Hangkante nordöstlich von Zeltingen - Rachtig sowie zwischen Graach und Graacher Schäferei zum Schutz vor unerwünschten Kaltluft- und Windeinwirkungen.

Auf den weiträumigen Acker- und Grünlandflächen beidseitig des Bieberbaches findet in strahlungsarmen Nächten eine Kaltluftproduktion statt. Diese Luft fließt wegen des stärkeren Gefälles der Hänge im Osten hauptsächlich von dort in den Talraum des Bieberbachs und übernimmt in der Ortslage von Platten eine klimatische Ausgleichsfunktion. Alle übrigen Bereiche weisen keine besonderen klimaverbessernden Fähigkeiten auf.

 

3.2.2.6 Landschaft / Landschaftsbild

Der Untersuchungsraum erstreckt sich von der Wittlicher Senke über das Moseltal und die Moselrandhöhen bis zur Hochfläche des Hunsrück. Hinsichtlich des Landschaftsbildes unterscheiden sich die Naturräume stark voneinander.

In der durch intensive landwirtschaftliche Nutzung geprägten relativ ebenen Wittlicher Senke dominiert vor allem der Ackerbau. In den feuchteren Senken oder Gewässerauen herrscht Grünlandnutzung vor. Als prägende und belebende Elemente sind der Bieberbach einschließlich einiger Nebenläufe sowie vereinzelte Gehölzstrukturen zu nennen. Die Wittlicher Senke geht in die bewaldeten Moselrandberge über.

Die Moselrandhöhen zeichnen sich durch ein teilweise stark bewegtes, ansonsten leicht welliges Relief aus. Hinzu kommt ein häufiger Wechsel der Nutzungsstruktur. Das Moseltal wird durch das tief eingeschnittene Flußbett und die sehr steilen Hänge geprägt.

Aufgrund der klimatisch begünstigten Lage des Moseltales wird intensiver Weinbau betrieben. Nicht zuletzt aus diesem Grund besitzt dieser Raum eine große Attraktivität und bildet die Grundlage für die Fremdenverkehrsentwicklung. Aufgrund der hohen Strukturvielfalt und des für die Moselregion typischen Weinanbaus gilt der Raum für die landschaftsgebundene Erholung als besonders reizvoll.

Als Grundlage für die Bewertung der Landschaftsbildqualität wurden Landschaftsbildräume ähnlicher Ausstattung gegeneinander abgegrenzt und bewertet. Eine sehr hohe Landschaftsbildqualität kommt der Bieberbachaue zu. Eine hohe Landschaftsbildqualität weisen die Waldgebiete auf den Moselrandhöhen und die steilen Moselhänge auf.

Die Moselrandhöhen als Übergang vom Moseltrog zum Hunsrück zeichnen sich durch ein leicht welliges Relief, einen hohen Anteil Waldflächen und relativ häufige Wechsel der Nutzungsstruktur aus. Die südwestexponierten steilen Hangflächen des Moselprallhanges bei Zeltingen- Rachtig und Graach sind Rebhänge. Im obersten Hangbereich treten Obstwiesen und Brachen auf.

Der Oberhangbereich, die Hänge der Bachtäler und Teile der mäßig bewegten, nach Nordosten abfallenden Hochfläche werden von Wäldern eingenommen. Eingestreut in die Waldflächen finden sich landwirtschaftlich genutzte Bereiche aus Ackerland und extensiven, blumenreichen Wiesen und einzelnen Weiden. Im Bereich um Longkamp nimmt der Anteil der Landwirtschaftsflächen, hier zumeist als Acker genutzt, deutlich zu.

Insgesamt kennzeichnet eine überwiegend hohe Landschaftsbildqualität das Untersuchungsgebiet, ein sehr hohe Landschaftsbildqualität herrscht im Kautenbachsystem vor. Von hoher Empfindlichkeit sind die weit einsehbaren landwirtschaftlichen Nutzflächen im Bereich Erdener Berg und Rachter Höhe, bei Maria Zill südlich der Graacher Schanzen, sowie im Bereich der landwirtschaftlichen Nutzflächen um Longkamp.

Das Gebiet ist durch zahlreiche Wanderwege und einige zugehörige Infrastruktureinrichtungen für die landschaftsgebundene Erholung erschlossen. Neben den örtlichen Wanderwegen führt der Moselhöhenweg durch das Gebiet. Eine bedeutsame Wanderwegeverbindung verläuft auf dem Höhenrücken des Moselspornes parallel zur geplanten Trasse. Als besondere Zielpunkte für Wanderer und Erholungssuchende sind die Graacher Schanzen als Kulturdenkmal und die "Eiserne Weinkarte" als Ziel- und als Knotenpunkt mehrerer Wanderwege zu nennen.

Am Zeltinger Berg befindet sich ein Wanderparkplatz, ein Bolzplatz und eine Grillhütte. Ein weiterer Wanderparkplatz findet sich an den Graacher Schanzen. Oberhalb Graach befindet sich ein Schießstand sowie eine Schutzhütte.

 

3.2.2.7 Wechselwirkungen

Eine besondere Eigenschaft des UVP – Gesetzes ist der dort geforderte integrative Ansatz, der die einzelnen Umweltfaktoren " einschließlich der jeweiligen Wechselwirkungen " zu berücksichtigen hat. Wichtig dabei sind zunächst die, unabhängig von Eingriffen vorhandenen ökosystemaren Wechselbeziehungen. An diesen werden später die auftretenden Projektwirkungen abgeleitet und formuliert, die dann letztlich die entsprechenden Folgewirkungen und Eingriffe ergeben.

In einem ersten Arbeitsschritt erfolgt zunächst eine schutzgutbezogene Aufnahme und Bewertung der Landschaft in ihren einzelnen Bestandteilen.

Daher sind gemäß den Vorgaben des UVPG die Schutzgüter : Boden, Klima, Wasser, Luft , Pflanzen und Tiere sowie Landschaftsbild / Erholen / Mensch aufzunehmen und einer Bewertung zu unterziehen.

Dabei werden auch die untereinander auftretenden Wechselwirkungen beschrieben. So bilden z.B .das Relief , die Sonneneinstrahlung, die Hangneigung und der Bedeckungsfaktor ein Wirkungsgefüge mit untereinander auftretenden Wechselwirkungen, die letzlich das ‚ Klima ‚ bestimmen.

Die Bestandsaufnahme der einzelnen Schutzgüter wird dann mit den projektbedingten Straßenbauwirkungen überlagert , wobei aus entsprechenden Szenarien dann die für die Natur jeweiligen nachteiligen Wirkungen herausgearbeitet werden.

In einem weiteren Arbeitsschritt werden dann Vermeidungs - , Ausgleichs – und Ersatzmaßnahmen im Zuge des landschaftspflegerischen Begleitplanes konzipiert, die die nachteiligen straßenbaubedingten Wirkungen kompensieren.

Aus dem landschaftspflegerischen Begleitplan geht in detaillierter Form hervor , welche Schutzgüter in welcher Form beeinträchtigt werden, welche Wirkfaktoren den Landschaftsraum beeinträchtigen und welche Maßnahmen getroffen werden, um die nachteiligen Wirkungen zu kompensieren.

Aus ihm gehen auch die schutzgutbezogen auftretenden Wechselwirkungen hervor.

 

3.2.2.8 Kultur- und Sachgüter

Im Untersuchungsgebiet finden sich zahlreiche kulturhistorisch bedeutsame Objekte aus der Römerzeit und der geschichtlichen und vorgeschichtlichen Zeit. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Kulturdenkmal "Graacher Schanzen" östlich Graach zu.

 

 

3.3 Umweltverträglichkeit

3.3.1 Ergebnisse der Raumempfindlichkeit und gewählte Linie

Zur Vorbereitung von Linienbestimmung und Planfeststellung wurden Untersuchungen zur Ermittlung einer möglichst umweltverträglichen Trassenführung zwischen A 1 und der Hunsrückhöhenstraße B 327 durchgeführt:

Eine zentrale Bedeutung kommt der Untersuchung zur Möglichkeit einer Moselquerung zu, die aufzeigt, daß im Bereich der Mittelmosel die Querung einer Fernstraße aufgrund der morphologischen Situation nur an drei Stellen möglich ist:

Aufgabe der landschaftspflegerischen Voruntersuchung war es, möglichst konfliktarme Trassenkorridore zu ermitteln und in diesen Korridoren geplante Varianten vergleichend zu beurteilen. Obwohl die landschaftspflegerische Voruntersuchung vor Inkrafttreten des UVPG’ s am 12.02.1990 durchgeführt wurde, sind die wesentlichen Schutzgutbereiche bereits berücksichtigt.

Die landschaftspflegerische Voruntersuchung, die im Maßstab 1:25.000 in einem ca. 300km2 großen Untersuchungsraum durchgeführt wurde, kommt auf der Grundlage einer ausführlichen Analyse und Beurteilung der Schutzgüter der natürlichen Umwelt, der Wohn- und Erholungsfunktion sowie der Schutzgebiete und kulturhistorischen Denkmale / Fundstellen zu folgenden Ergebnissen:

Bereich Wittlicher Senke

Hier ist insgesamt eine relativ problemlose Linienführung möglich. Es können verschiedene trassengeeignete Korridore ermittelt werden.

Moseltal und Moselrandhöhen

Es ergeben sich erhebliche Konflikte, insbesondere durch die morphologischen Verhältnisse, die Siedlungen entlang der Mosel, wertvolle Biotope und Lebensräume sowie Erholungsräume. Die Ausweisung eines durchgehenden Korridors ist nicht möglich.

Moselhunsrück

Obwohl die Belegdichte der empfindlichen Gebiete nicht so dicht ist wie im westlich anschließenden Landschaftsraum, ergeben sich durch die vorhandenen Bachtäler und die
parallel verlaufenden bedeutsamen Biotope sowie durch naturnahe Waldflächen häufige Querriegel, die eine durchgehende Korridorausweisung erschweren.

Unter Berücksichtigung der morphologischen Verhältnisse, der Trassierungsparameter sowie der möglichen Moselquerungen wurden folgende Korridore ausgewiesen:

Nord

Ausgehend von der A 1 verläuft dieser südlich Altrich und weiter zwischen Wengerohr und Platten in Richtung Ürzig. Er schwenkt dann nach Norden ab, verläuft parallel der K 26 und überquert nördlich Enkirch die Mosel. Östlich von Enkirch ist der Korridor unterbrochen. Er setzt sich dann parallel der K 52 über Raversbeuren und Lötzbeuren fort und findet westlich von Lautzenhausen Anschluß an die B 327 (Hunsrückhöhenstraße)

Mitte

Dieser folgt bis Ürzig dem Nordkorridor, schneidet dann den Rachtiger Wald und quert zwischen Ürzig und Rachtig das Moseltal. Weiter verläuft der schmale Korridor auf einem Sporn der Moselhauptterrasse bis Longkamp, wo er Anschluß an die B 50 alt findet. Richtung Osten, zur B 327 hin, wird der Korridor durch die Täler des Kautenbaches und seiner Nebenbäche unterbrochen. Östlich von Kleinich setzt er sich dann bis zur B 327 fort.

Süd

Ein möglicher Südkorridor würde von der A 1 ausgehend, südlich von Altrich Richtung Osann-Monzel nach Maring-Noviand verlaufen und dann östlich des Brauneberges die Mosel queren. Dann von Mülheim nach Veldenz und durch das Veldenzer Bachtal Richtung Kommen und Kleinich und dann bis zum Bahnhof Hirschfeld führen.

Neben der Beeinträchtigung der Ortslage Mülheim ist eine Linienführung in diesem Korridor aufgrund des Anstieges durch das Veldenzer Bachtal aus landschaftspflegerischer Sicht abzulehnen. Das Veldenzer Bachtal ist eines der letzten noch relativ unberührten Täler im Bereich der Mittelmosel mit artenreicher Pflanzen- und Tierwelt. Eine Trassenführung durch diesen Biotop mit landesweiter Bedeutung würde irreparable Schäden hervorrufen, die nicht ausgleichbar sind.

Eine mögliche Linienführung im Südkorridor (Variante 301) wurde daher aus den genannten Gründen nicht weiter verfolgt.

In den weiteren Planungsprozeß wurden nach straßenplanerischer Prüfung aus den bis dahin untersuchten Varianten folgende Hauptvarianten weiter untersucht:

Die Mittellinie (Variante 204) beinhaltete drei Untervarianten bei der Moselquerung (Tieflage, Mittellage, Hochlage), die vergleichend beurteilt wurden.

Als Ergebnis des Variantenvergleichs wird die Variante 204 in Hochlage bei der Moselquerung eindeutig gegenüber der nördlich verlaufenden Variante 101 bevorzugt.

Die Linie 204 wurde 1987 vom Bundesminister für Verkehr nach § 16 Abs. 1 FStrG bestimmt.

 

3.3.2 Landespflegerische Untersuchungen auf der Ebene der Begleitplanung zur Planfeststellung

1992/95 wurde eine Umweltverträglichkeitsstudie erstellt, die den Nord- und Mittelkorridor umfaßt. Ziel war es, die Ergebnisse der 1984 erstellten landespflegerischen Voruntersuchungen unter Berücksichtigung des heutigen Zustandes der Umwelt und mit aktualisierten und vertiefenden Daten zu überprüfen. Ebenso wurden die Aussagen zum Südkorridor überprüft, wobei die jetzige 4-streifige Straßenplanung zugrundegelegt wurde.

Aufgrund der Raumanalyse und Ermittlung des Raumwiderstandes kommt die UVS zu folgenden Ergebnissen:

Die Raumwiderstandskarte zeigt im gesamten Untersuchungsraum der UVS überwiegend sehr hohe und hohe Bewertungen. Der gesamte Moselhunsrückbereich und die Moselrandhöhen erweisen sich als sehr sensible Räume, was sich vor allem aus ihrer Bedeutung für gefährdete Tierarten (z.B. Wildkatze, Baummarder, Dachs, Haselhuhn) ableitet. Im Vergleich zum übrigen Untersuchungsgebiet weist die Wittlicher Senke den relativ geringsten Raumwiderstand auf. Problematisch und mit erheblichen Eingriffen verbunden ist hier die Querung der Lieser und des Bieberbaches als Riegel mit sehr hoher Bedeutung und Empfindlichkeit sowie der erforderliche Anstieg zum Zeltingen-Rachtiger Wald und die dadurch bedingte Zerschneidung dieses Gebietes. Die Bachtäler als Lebensraum für zahlreiche, teilweise gefährdete Vögel-, Amphibien- und Libellenarten sowie diverse Pflanzenarten werden in ihrer Bedeutung erheblich gemindert.

Die Querung der Mosel mit einer ca. 1,7 km langen Brücke stellt einen erheblichen, nicht ausgleichbaren Eingriff in das Landschaftsbild dar. Der Charakter des Moseltales mit den typischen kleinen Weinorten wird durch dieses großdimensionierte Bauwerk verändert.

Problematisch ist der Verlauf der Trasse vor allem auf der Hunsrückseite, da hier der Raumwiderstand am größten ist. Das geplante Vorhaben wird erhebliche, nicht ausgleichbare Beeinträchtigungen für Flora und Fauna sowie die landschaftsgebundene Erholung bewirken, da der gesamte Teilraum als ein funktional zusammenhängender Komplex betrachtet werden muß und eine Zerschneidung insbesondere der kleinstrukturierten, extensiv genutzten Flächen auf der Hochfläche zwischen Zeltingen-Rachtig und Longkamp irreversible Schäden hervorrufen wird.

In der Umweltverträglichkeitsstudie werden folgende Hauptkonfliktbereiche dargestellt:

Zwischen dem Bieberbachkomplex und dem Zeltingen-Rachtiger Wald bestehen intensive Wechselbeziehungen.

Ab hier trennen sich die Linien 101 und 204. Für die Linie 101 sind im nördlichen Korridor folgende Konfliktschwerpunkte festzustellen:

Die Linie 204 weist im mittleren Korridor folgende Konfliktschwerpunkte auf:

Nach Abschluß der Raumuntersuchung kommt die UVS zu folgendem Ergebnis:

Aufgrund der außerordentlichen Empfindlichkeit sowohl des Nord- als auch des Mittelkorridores sind erhebliche und nachhaltige, nicht ausgleichbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft i.S. von § 4 LPflG Rheinland-Pfalz zu erwarten. Diese Aussage wiegt um so schwerer, da nicht nur § 24-Biotopflächen beeinträchtigt werden, sondern auch Lebensräume gefährdeter Tierarten mit hochkomplexer Indikatorfunktion sowie landesweit gefährdeten Biotoptypen.

Aufgrund der Raumuntersuchung ergeben sich zwischen dem nördlichen und dem mittleren Untersuchungskorridor keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Durchdringbarkeit des Raumes.

Insgesamt sind keine Vorteile für den nördlichen Trassenkorridor (Linie 101) zu erkennen, so daß in Abstimmung mit den Oberen Landespflegebehörden bei den Bezirksregierungen Trier und Koblenz einvernehmlich auf eine Weiterverfolgung der Linie 101 verzichtet wird. Dieses Ergebnis bestätigt auch die landespflegerische Voruntersuchung von 1984, in der die Linien 101 und 204 vergleichend untersucht wurden.

Im Planfeststellungsabschnitt B 50 alt bei Platten (Bau-km 71,137) bis B 50 alt (Longkamp) (Bau-km 91,713) bestehen aufgrund der vorhandenen Zwangspunkte (Hochmoselbrücke, möglichst konfliktarme Querung der Moselrandhöhen und des Sporns) keine Möglichkeiten zur Ausweisung und Untersuchung von weiteren Trassenvarianten.

 

 

3.4 Beschreibung der zu erwartenden erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt unter Berücksichtigung von Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung (§ 6 (3) Nr. 3 und 4 UVPG)

3.4.1 Bedarf an Grund und Boden

Durch den Bau der Straße werden insgesamt ca. 147 ha Fläche beansprucht. Der Flächenbedarf stellt sich folgendermaßen dar:

 

Planungsbereich A

Planungsbereich B

Summe:

Bodenversiegelung durch Fahrbahnen und Standspuren der B 50 neu (inkl. Mittelstreifen) sowie sonstige durch den Straßenbau entstehende bituminöse Versiegelungsflächen

15,2 ha

30,6 ha

45,8 ha

Bodeninanspruchnahme und Überformung natürlicher Bodenstrukturen durch Böschungen, Bankette, Entwässerungsmulden und Regenrückhaltebecken

23,8 ha

55,6 ha

79,4 ha

Bodeninanspruchnahme durch Erdmassendeponie, Bankette und Mulden

-

22,0 ha

22,0 ha

Gesamte Flächeninanspruchnahme

39,0 ha

108,2 ha

147,2 ha

Entsiegelung

0,2 ha

1,6 ha

1,8 ha

Insgesamt werden außerhalb des Bauwerkes auf einer Fläche von ca. 430 ha landschaftpflegerische Maßnahmen durchgeführt, die überwiegend mit einer Nutzungsänderung verbunden sind.

 

3.4.2 Lärm und Schadstoffe

Bei den negativen Wirkungen der vom Straßenverkehr ausgehenden Schadstoffe sind, zumindest im weiteren Trassenumfeld, direkte Wirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt nur schwer nachweisbar. Die Belastungen des Bodens mit Schwermetallen sind bei der zu erwartenden Verkehrsdichte nach ca. 50 m weitgehend abgeklungen. Durch die Langzeitwirkung und die damit verbundene Schadstoffakkumulation sowie synergetische Wirkungen können Beeinträchtigungen der Vegetation und Tierwelt in einem Abstandsband von 50 - 100 m hervorgerufen werden. Direkte Schadwirkungen auf Vegetation und Fauna sind daher nur im Trassennahbereich zu erwarten. Dies wird auch durch das Klimagutachten des Deutschen Wetterdienstes bestätigt.

 

3.4.3 Sonstige Projektwirkungen unter Berücksichtigung von Vermeidungs- und Minderungsmaßnahme, verbleibende Umweltauswirkungen

3.4.3.1 Sonstige Projektwirkungen

Es wird zwischen baubedingten (während der Bauzeit verursacht, vorübergehend oder dauerhaft), anlagebedingten (durch die Neuanlage verursacht, dauerhaft) und betriebs-/verkehrsbedingten Wirkungen (durch den Betrieb, dauerhaft) unterschieden.

Die baubedingten Auswirkungen auf die Schutzgüter werden insbesondere hervorgerufen durch die vorübergehende Inanspruchnahme von Flächen, durch die erforderlichen Baustreifen (im Offenland 10 m beidseitig der Trasse, im Wald 5 m beidseitig der Trasse) sowie notwendige Zwischenlager- und Entnahmeflächen für Überschußmassen bzw. einen Massenbedarf, Schutzanlagen und Flächen für Baustelleneinrichtungen sowie durch den Baustellenverkehr.

Zur Minderung der baubedingten Eingriffe sind in den Planunterlagen geeignete Flächen für Baustelleneinrichtungen und Baustofflager ausgewiesen. Damit werden Eingriffe in besonders sensible Bereiche (bedeutsame Biotope, Waldflächen, Bachtäler) vermieden, da außerhalb der gekennzeichneten Flächen keine Baustelleneinrichtungen oder Lagerflächen eingerichtet werden dürfen (Bautabuzonen).

Für die Rahmen des Baus zu erwartenden Überschussmassen sind Deponiestandorte in Bereichen mit möglichst geringer Sensibilität festgelegt worden.

Mögliche baubedingte Konflikte für sensible Tierarten werden durch Angaben im Bauausführungsplan zu den möglichst konfliktarmen Bauzeiten gemindert.

Die bedeutsamsten und nachhaltigsten anlagebedingten Wirkungen sind neben der Versiegelung biotisch aktiver Flächen und dauerhaften Flächenbeanspruchung (siehe Bedarf an Grund und Boden) zurückzuführen auf:

Die nachhaltigsten betriebsbedingten Wirkungen des Straßenverkehrs und der Straßenunterhaltung entstehen neben den verkehrlichen Schadstoff- und Lärmemissionen durch

 

3.4.3.2 Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung

Die Trassenführung erfolgt unter möglichst weitgehender Umfahrung empfindlicher und bedeutsamer Bereiche.

Folgende Maßnahmen zur Eingriffsvermeidung und -minderung wurden im Zuge der Entwurfbearbeitung umgesetzt:

 

3.4.3.3 Verbleibende Umweltauswirkungen/Konfliktdarstellung

Menschen, Wohnen

Auswirkungen auf die Wohnfunktion wird durch betriebsbedingte Emissionen in den trassennahen Ortslagen weitgehend durch die Schutzwälle gemindert; Grenzwertüberschreitungen treten nicht auf. Die natürliche Erholungseignung der Moselberge, des Moselsporns und der -randhöhen für die ruhige landschaftsgebundene Erholung wird in den trassennahen Bereichen gemindert.

Tiere und Pflanzen

Die Auswirkungen in die Tier- und Pflanzenwelt bestehen aus:

Die Tierwelt erfährt insbesondere in dem störungsarmen Planungsbereich B zwischen dem ZB Erden/ Lösnich und der Ortslage Longkamp erhebliche Beeinträchtigungen. Lebensräume und Kernlebensräume der Wildkatze und des Baummarders werden beansprucht, betriebsbedingt beeinträchtigt und zerschnitten, die Bedeutung des Moselspornes für diese Arten mit ihrem hohen Raumanspruch geht weitgehend verloren.

Eingriffsschwerpunkte sind neben den Waldgebieten strukturreiche Komplexe der Graacher Schanzen sowie die strukturreichen, extensiv landwirtschaftlich genutzten Bereiche.

Die Eingriffe sind in Teilen nicht ausgleichbar und erfordern z. T. auch räumlich getrennte Ersatzmaßnahmen. Eine Ursache dafür ist die spezielle, räumlich eingeengte Situation auf dem schmalen Moselsporn und die vorhandene hohe Qualität des Landschaftsraumes, die Maßnahmen im nahen Trassenumfeld stark einschränkt.

Boden

Die gravierendste Auswirkung auf die Bodenfunktion stellt der Verlust biotisch aktiver Bodenfläche durch Versiegelung dar. Alle Flächen, die mit Asphaltdecken, Betonsteinpflasterdecken oder hydraulisch gebundenen Tragdeckschichten befestigt sind, werden als vollständig versiegelt angesehen. Flächen mit ungebundenen Trag- bzw. Tragdeckschichten sind befestigt und weisen eine eingeschränkte Durchlässigkeit auf.

Im Bereich der Bankette, Mulden, Damm- und Einschnittsböschungen und aller weiteren unbefestigten Straßennebenflächen kommt es zu einer Funktionsbeeinträchtigung des Bodens durch die Überformung und Zerstörung der natürlichen Bodenstruktur und durch Bodenverdichtungen.

Wasser

Folgende erhebliche oder nachhaltige Beeinträchtigungen für Fließgewässer im Planungsbereich A ergeben sich:

Im Planungsbereich B entstehen insgesamt aufgrund der Führung der Trasse in Kammlage auf dem Sporn vergleichsweise geringe Eingriffe in Oberflächengewässer. Beansprucht und beeinträchtigt werden zwei Nebenbäche des Tiefenbaches bei Longkamp.

Im Hinblick auf das Grundwasser führt die Versiegelung mit Asphaltdecken, Betonsteinpflasterdecken oder hydraulisch gebundenen Tragdeckschichten zu einem vollständigen Verlust von Versickerungsfläche und damit zu einer Verminderung der Grundwasserneubildungsrate und einem erhöhten oberflächlichen Abfluß von Niederschlagswasser. Die Befestigung mit ungebundenen Trag- bzw. Tragdeckschichten führt zu einer teilweisen Versiegelung und somit zu einem Teilverlust der Grundwasserneubildungsfunktion. Im Bereich der Bankette, Mulden, Damm- und Einschnittsböschungen und aller weiteren unbefestigten Straßennebenflächen kommt es zu einer Minderung der durch die Zerstörung und Verdichtung des natürlichen Bodengefüges. Belastungen für das Grundwasser ergeben sich durch das von der Straße ablaufende, mit Schadstoffen verunreinigte Niederschlags- und Tauwasser.

Im Planungsbereich B verläuft die Baustrecke von Bau-km 83,500 bis 86,950 im Heil-quellenschutzgebiet Bad Wildstein (Schutzzone III). Innerhalb des Heilquellenschutz-gebietes wird gleichzeitig ein Wasserschutzgebiet der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach (Schutzzone III) im Bereich von Bau-km 86,410 bis 86,670 angeschnitten. Beeinträchtigungen der belebten Bodenzone und der Deckschichten sind nicht zu erwarten.

In Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden werden innerhalb des Heilquellenschutzgebietes III bautechnische Maßnahmen nach RiStWAG durchgeführt, wie sie für Wasserschutzzonen III B vorgesehen sind. Demzufolge wird das Oberflächenwasser der Straßen breitflächig über das Bankett entwässert; ebenso ist die Versickerung von Oberflächenwasser über die belebte Bodenzone vorgesehen.

Klima/Luft

Der Betrieb der Straße wird allgemein zu einer Erhöhung der Schadstoffbelastung in diesem Raum führen. Insbesondere in den bislang unbelasteten Bereichen östlich des Bieberbaches bis zu den Moselbergen und auf dem Plateau östlich der Mosel wird es zu einer Verschlechterung der Luftqualität kommen.

In der Bieberbachaue entsteht zeitweise ein Kaltluftstau, der sich nach Norden erstreckt. Der Betrieb der Straße führt zu einer Schadstoffanreicherung der Kaltluft. Im Zuge der B 50 neu wird das klimaverbessernd wirkende Waldgebiet zwischen Wittlicher Senke und Moseltal durchschnitten.

Der Klimaschutzwald westlich der Mosel wird für Anlage des Tunnels in offener Bauweise vorübergehend bis nach der Wiederbepflanzung seine Schutzfunktionen verlieren. Dadurch betroffen sind im weiteren die aus gerodeten Rebflächen zu entwickelnden Ökoflächen (Sukzession).

Der Klimaschutzwald auf dem Plateau oberhalb Zeltingen - Rachtig / Graach wird durchschnitten, der Schutzwald und damit die Schutzfunktion oberhalb der Weinberge bleibt jedoch durchgängig erhalten.

Landschaft / Erholung

Nachfolgend sind die Schwerpunkte der landschaftsästhetischen Störungen im Planungsbereich A aufgelistet:

Besonders empfindlich sind die nicht bewaldeten, weit einsehbaren Trassenabschnitte. Die natürliche Erholungseignung des Spornes für die ruhige, landschaftsgebundene Erholung wird gemindert.

Schwerpunkte der landschaftsästhetischen Störungen im Planungsbereich B befinden sich in den Bereichen "Zeltinger Plateau", "Eiserne Weinkarte", nordwestlich der "Alten Schanzen" und bei Longkamp. Hier ist der Landschaftsraum aufgrund der hohen Einsehbarkeit der Trasse besonders empfindlich, so daß einer landschaftsgerechten Einbindung eine besondere Bedeutung zukommt.

Neben den betriebsbedingten Beeinträchtigungen der natürlichen Erholungseignung durch die Verlärmung des Moselspornes und die Beeinträchtigung der Landschaftsbildqualität sind auch Beeinträchtigungen der Erholungsinfrastruktur zu erwarten. Die Trasse greift in das bestehende Wanderwegenetz ein. Wegebeziehungen werden z.T. unterbrochen oder beeinträchtigt.

Kultur- und Sachgüter

Eingriffe in bedeutsame Kulturgüter sind im Planungsbereich A nicht zu erwarten.

Im Verlauf des Planungsbereiches B sind mehrere Bodendenkmäler betroffen. Das Kulturgut "Graacher Schanzen" wird durchfahren; die Struktur wird mit dem Bau einer Überführung in Kombination mit einer Wildbrücke wiederhergestellt.

Das Neubauprojekt beansprucht für Straßen- und Straßennebenflächen, Aufschüttungen und Einschnitte land- und forstwirtschaftliche Nutzfläche. Weitere land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen werden im Zuge der Kompensationsmaßnahmen beansprucht.

Im Planungsbereich A des Untersuchungsraumes sind 2 Wasserschutzgebiete festgesetzt, zum einen das Wasserschutzgebiet nordöstlich Platten, zum anderen das Wasserschutzgebiet "Mittelmosel" nordöstlich Wahlholz für die Brunnen I-V der Wassergewinnungsanlage der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues. Beide werden durch das Vorhaben nicht betroffen.

Im Planungsbereich B verläuft die Terasse im Heilquellenschutzgebiet (Bad Wildstein) und einem Wasserschutzgebiet welche durch entsprechende Maßnahmen geschützt werden (vgl. Kap. 3.4.3.3)

Überschwemmungsgebiete sind im Bereich der Mosel und des Bieberbaches festgesetzt.

Bei der Trassenwahl wurden die vorhandene Bebauung und die zukünftigen Entwicklungen der kommunalen Bauleitplanung berücksichtigt.

 

 

 

4. Technische Gestaltung der Baumaßnahme

4.1. Trassierung

4.1.1 Gewählte Entwurfsgeschwindigkeit und Trassierungselemente

Der Streckenabschnitt der B 50 neu wird entsprechend der vorgesehenen Netzfunktion in die Kategorie AI, großräumige Straßenverbindung, eingestuft. Hieraus ergibt sich für die Trassierung der B 50 neu eine Entwurfsgeschwindigkeit von Ve=100km/h.; die zulässige Höchstgeschwindigkeit (V zul.) wird auf 120 km/h begrenzt.

Die Bemessung der Querneigung basiert auf einer Entwurfsgeschwindigkeit von Ve=120km/h und der daraus resultierenden V85=130km/h. Aufgrund der bewegten Topographie wurden die Querneigungen in Abhängigkeit der V85 und den entsprechenden Kurvenradien auf 0,5% Werte abgerundet.

Die zugehörigen Mindesttrassierungselemente lassen sich wie folgt anhand der RAS-L 95 ableiten:

  • Kurvenmindestradius
450m
  • Klothoidenmindestparameter
150m
  • Kuppenmindesthalbmesser
8300m
  • Wannenmindesthalbmesser
3800m
  • Höchstlängsneigung
4,5%

Für die Planung des Zubringer B 53 Erden-Lösnich wird eine Ve=70km/h zu Grunde gelegt. Die Entwurfsgeschwindigkeit für den Zubringer B 50 alt wird herabgesetzt auf Ve=90km/h, da aufgrund der Topographie abschnittsweise eine Längsneigung von 5,35% erforderlich wird. Die zulässige Geschwindigkeit von Vzul=100km/h wird hiervon jedoch nicht nachteilig beeinflusst. Infolge der Kurvigkeit und der Fahrbahnbreite ergibt sich eine Geschwindigkeit V85=100km/h.

 

4.1.2 Unter- bzw. Überschreitung von Trassierungsgrenzwerten

Die geforderten Werte werden eingehalten und sind sowohl untereinander als auch in Hinblick auf die geforderte Nutzung abgestimmt.

 

4.1.3 Zwangspunkte

Wesentliche Zwangspunkte bei der Trassierung sind der Anschluss an den I. Abschnitt der B 50 neu von der A 1 bis Platten, die berührten Ortschaften und die topographischen Gegebenheiten im Bereich der Moselquerung, sowie die querenden bzw. anzuschließenden Verkehrswege.

 

4.1.4 Berücksichtigung von Umfeld und Umwelt bei der Trassierung

Bei der Trassierung der B 50 neu und des untergeordneten Straßennetzes nebst der Anschlussstelle des Zubringers B 53 wurde besonders darauf geachtet, alle zur Eingliederung des Bauvorhabens in Natur und Landschaft erforderlichen Maßnahmen vorzusehen.

Durch die notwendige Größe der Trassierungselemente und die erforderliche Breite des Straßenkörpers sind Konflikte, auch mit einer Vielzahl anderer Nutzungen, in einer stark zersiedelten Kulturlandschaft unvermeidbar.

Das Bauwerk "B 50 neu" wird so in die Landschaft eingegliedert, dass es sich für den Naturhaushalt und das Landschaftsbild nicht belastender und störender auswirkt, als dies in verantwortlicher Abwägung aller Belange unvermeidbar ist.

Einige Eingriffe in Natur und Landschaft lassen sich durch Änderung in der Trassenführung vermeiden bzw. in ihren negativen Auswirkungen verhindern. Im Rahmen der Entwurfserstellung wurden so z.B. die östlichen Widerlager der Moselbrücke weiter Richtung Osten verlegt, um so die Ginsterheide auf der Hangkante der Rachter Höhe zu schonen.

Desweiteren erfolgt der notwendige Durchstich des Rachtiger Berges als Tunnel; dadurch können wichtige Vernetzungen auf den Moselrandhöhen für verschiedene Tierarten auf dem Tunnel nachhaltig gesichert werden

Die Führung der Gradiente wurde dem Geländeverlauf weitestgehend angepasst, um Einschnitts- und Dammlagen zu reduzieren. Durchfahrungen von Waldgebieten wurden soweit möglich vermieden; im Bereich der Rachtiger Höhe bleiben die Landschaftsräume über Wildbrücken verbunden.

 

4.1.5 Ergebnis der Sichtweitenanalyse

Die erforderlichen Sichtweiten gemäß den einschlägigen Planungsrichtlinien sind vorhanden.

Zur Gewährleistung ausreichender Sichtweiten werden die Böschungen in den Verknüpfungsbereichen zurückgesetzt und die Bepflanzung entsprechend vorgesehen.

 

4.1.6 Mittelstreifenüberfahrten

Im Planungsbereich A sind für die Verkehrslenkung im Bedarfsfall vier Mittelstreifenüberfahrten vorgesehen. Die Länge beträgt jeweils 130 m.

Für die Verkehrslenkung im Bedarfsfall ist im Planungsbereich B bei km 79,2 eine Mittelstreifenüberfahrt mit einer Länge von 130 m vorgesehen.

 

4.1.7 Verbreiterung des Verkehrsraumes auf Brücken

Zur Gewährleistung einer Verkehrsraumbreite von mindestens 11,50 m zwischen den Borden für eine sichere vierspurige Behelfsverkehrsführung bei zukünftigen Erhaltungsarbeiten werden die Mittelkappen verringert, so daß die Mittelstreifenbreite 2,00 m beträgt ("Verbreiterung nach innen").

Die Verziehungslänge vor und hinter den Bauwerken beträgt jeweils 150 m.

Eine Verbreiterung der Brücken im Planungsbereich B ist nicht erforderlich.

 

4.1.8 Räumliche Linienführung

Anforderungen an die räumliche Linienführung werden infolge der Trassierungsoptimierung erfüllt.

 

 

4.2 Querschnitt

4.2.1 Im Planungsbereich A:

4.2.1.1 Begründung der gewählten Regelquerschnitte

Die B 50 neu wird als vierstreifige Kraftfahrstraße mit zwei Richtungsfahrbahnen und Mitteltrennung betrieben.

Folgende Regelquerschnitte kommen im vorliegenden Planungsbereich A zur Anwendung

a) B 50 neu: RQ 26
b) Zubringer B 53: SQ 10
c) L 189 (Anschluss Erden): RQ 7,5

Der im Entwurf für den Zubringer B 53 Erden/Lösnich gewählte Sonderquerschnitt SQ 10,0 mit einem Zusatzfahrstreifen (ZFS) für den zu Berg fahrenden Schwerlastverkehr entspricht in etwa den in den RAS-Q 96 vorgesehenen Regelquerschnitten RQ 9,5 + ZFS bzw. RQ 10,5 + ZFS.

Der gewählte Sonderquerschnitt SQ 10,0 mit ZFS ist aufgrund der für das Jahr 2015 prognostizierten insgesamt relativ geringen Querschnittsbelastung auch unter Berücksichtigung der RAS-Q 96 leistungsfähig, auch wenn die Schwerverkehrsstärke über dem Grenzwert von 300 Kfz/24h liegt. Hinzu kommt, dass mit der Wahl des SQ 10,0 durch die großteils im Hanganschnitt liegende Trasse geringere Eingriffe in die Landschaft verbunden sind als mit einem RQ 10,5 gem. der RAS-Q 96.

Im vorliegenden Planungsbereich ist mit folgenden, für das Jahr 2015 prognostizierten Verkehrsmengen zu rechnen:

a) B 50 neu: = 17.600 Kfz/24 h
GV-Anteil = 29 %
b) Zubringer B 53: = 4.300 Kfz/24 h
GV-Anteil = 8 %
c) L 189 = 4.000 Kfz/24 h
GV-Anteil = 8 %

 

4.2.1.2 Aufteilung der gewählten Regelquerschnitte

4.2.1.2.1 B 50 neu

Der Querschnitt RQ 26 gliedert sich wie folgt (s. auch Anlage 6.1)

4 Fahrstreifen je 3,50 m = 14,00 m
4 Randstreifen je 0,50 m = 2,00 m
2 Standstreifen je 2,00 m = 4,00 m
2 Bankette je 1,50 m* = 3,00 m
1 Mittelstreifen       = 3,00 m
Gesamtbreite = 26,00 m

* Im Einschnitt wird die Bankettbreite auf 1,00 m reduziert.

 

4.2.1.2.2 Anschlussstellenbereich

4 Fahrstreifen je 3,50 m = 14,00 m
2 Ein-/Ausfädelungsstreifen je 3,50 m = 7,00 m
4 Randstreifen je 0,50 m = 2,00 m
2 Bankette je 1,50 m* = 3,00 m
1 Mittelstreifen       = 3,00 m
Gesamtbreite = 29,00 m
1 Fahrstreifen = 5,00 m
2 Randstreifen je 0,25 m = 0,50 m
2 Bankette je 1,50 m* = 3,00 m
Gesamtbreite = 8,50 m

* Im Einschnitt wird die Bankettbreite auf 1,00 m reduziert.

2 Fahrstreifen je 5,00 m = 10,00 m
4 Randstreifen je 0,25 m = 1,00 m
2 Bankette je 1,50 m* = 3,00 m
1 Mittelstreifen       = 2,00 m
Gesamtbreite = 16,00 m

* Im Einschnitt wird die Bankettbreite auf 1,00 m reduziert.

 

4.2.1.2.3 Untergeordnetes Straßennetz

2 Fahrstreifen je 3,25 m = 6,50 m
2 Randstreifen je 0,25 m = 0,50 m
2 Bankette je 1,50 m* = 3,00 m
Gesamtbreite = 10,00 m
3 Fahrstreifen je 3,25 m = 9,75 m
2 Randstreifen je 0,25 m = 0,50 m
2 Bankette je 1,50 m* = 3,00 m
Gesamtbreite = 13,25 m

* Im Einschnitt wird die Bankettbreite auf 1,00 m reduziert.

2 Fahrstreifen je 2,75 m = 5,50 m
2 Bankette je 1,00 m* = 2,00 m
Gesamtbreite = 7,50 m

 

4.2.1.2.4 Kreisfahrbahn

Zur Verknüpfung der L 189, der K 66 WIL und dem Zubringer B 53 ist eine Kreisverkehrs-anlage vorgesehen.

Sie wird als einstreifige Kreisfahrbahn mit einem Außendurchmesser von 40 m und einer Breite der Kreisfahrbahn von 6,00 m ausgebildet.

 

4.2.2 Im Planungsbereich B

4.2.2.1 Begründung der gewählten Regelquerschnitte

Die B 50 neu wird als vierstreifige Kraftfahrstraße mit zwei Richtungsfahrbahnen und Mitteltrennung betrieben.

Folgende Regelquerschnitte kommen im vorliegenden Planungsbereich zur Anwendung

a) B 50 neu: RQ 26
b) Zubringer B 50 alt: RQ 10,5

Im Zuge des Zubringers B 50 alt bei Longkamp sind von km 88,350 bis km 91,310 Zusatzstreifen für Berg- und Talfahrt vorgesehen.

Im vorliegenden Planungsbereich B ist mit folgenden, für das Jahr 2015 prognostizierten Verkehrsmengen von = 13.800 Kfz/24 h
GV-Anteil = 31 %

zu rechnen.

 

4.2.2.2 Aufteilung der gewählten Regelquerschnitte (s. auch Anlage 6.1)

4.2.2.2.1 B 50 neu

4 Fahrstreifen je 3,50 m = 14,00 m
4 Randstreifen je 0,50 m = 2,00 m
2 Standstreifen je 2,50 m = 4,00 m
2 Bankette je 1,50 m* = 3,00 m
1 Mittelstreifen       = 3,00 m
Gesamtbreite = 26,00 m

* Im Einschnitt wird die Bankettbreite auf 1,00 m reduziert.

 

4.2.2.2.2 Zubringer B 50 a (Longkamp) von Km 87,150 - 88,150

2 Fahrstreifen je 3,50 m = 7,0 m
2 Randstreifen je 0,25 m = 0,50 m
2 Bankette je 1,50 m* = 3,00 m
Gesamtbreite = 10,50 m

              * Im Einschnitt wird die Bankettbreite auf 1,00 m reduziert.

4.2.2.2.3 Zubringer B 50 alt (Longkamp) in der Steigung bzw. im Gefälle

4 Fahrstreifen je 3,25 m = 13,00 m
4 Randstreifen je 0,50 m = 2,00 m
2 Bankette je 1,50 m* = 3,00 m
1 Mittelstreifen          = 3,00 m
Gesamtbreite = 21,00 m

              * Im Einschnitt wird die Bankettbreite auf 1,00 m reduziert

4.2.2.2.4 Anschlussstellenbereich im Zuge des Zubringers B 50 alt

4 Fahrstreifen je 3,25 m = 13,00 m
2 Ein/Ausfädelungsstreifen je 3,25 m = 7,00 m
4 Randstreifen je 0,50 m = 2,00 m
2 Bankette je 1,50 m* = 3,00 m
1 Mittelstreifen       = 3,00 m
Gesamtbreite = 28,00 m

              * Im Einschnitt wird die Bankettbreite auf 1,00 m reduziert.

 

1 Fahrstreifen = 5,00 m
2 Randstreifen je 0,25 m = 0,50 m
2 Bankette je 1,50 m*   = 3,00 m
Gesamtbreite = 8,50 m

* Im Einschnitt wird die Bankettbreite auf 1,00 m reduziert.

2 Fahrstreifen je 5,00 m = 10,00 m
4 Randstreifen je 0,25 m = 1,00 m
2 Bankette je 1,50 m* = 3,00 m
1 Mittelstreifen       = 2,00 m
Gesamtbreite = 16,00 m

*Im Einschnitt wird die Bankettbreite auf 1,00 m reduziert.

4.2.3 Befestigung der Fahrbahnen

Alle Fahrbahnen enthalten einen Deckenaufbau entsprechend den einschlägigen technischen Richtlinien.

 

4.2.4 Gestaltung der Böschungen

Die Böschungen werden mit der Regelneigung 1 : 1,5 für Damm und Einschnitt ausgebildet und in deren Wechselbereichen sowie im Übergang zum natürlichen Gelände gestaltet.

Im Bereich der Wittlicher Senke wird wie im I. Abschnitt die Böschung in Dammlage mit der Regelneigung 1 : 2 ausgeführt.

 

4.2.5 Einordnung von Schutzanlagen in den Querschnitt

Entlang der Trasse werden insbesondere in Dammlagen, an Übergangsstrecken zwischen Einschnitt und Damm sowie am Ortsrand von Logkamp sorgfältig modellierte "Schutzwälle" angeordnet.  Diese Schutzwälle vermindern die Immissionsbelastung des Raumes, verbessern die Einbindung der Straße in die Landschaft und erfüllen darüber hinaus in Verbindung mit Wildbrücken auch Leitfunktionen für diverse Tiergruppen wie  beispielsweise bestimmte Fledermausarten.

Als Nebeneffekt können dadurch trassennah Überschußmassen wirtschaftlich eingebaut werden.

                                  

4.3 Kreuzungen und Einmündungen, Änderungen im Wegenetz

4.3.1 Im Planungsbereich A

Im bestehenden klassifizierten Straßennetz finden im vorliegenden Planungsabschnitt keine wesentlichen Veränderungen statt.

Bedingt durch die Neubaumaßnahme der B 50 und des Zubringers der B 53 ist eine Neuordnung des unterbrochenen Wirtschaftswegenetzes erforderlich.

In enger Abstimmung mit dem zuständigen Kulturamt, der Landwirtschaftskammer, der Forstverwaltung und den Gemeinden wurde das vorliegende ergänzende Wegenetz konzipiert.

Die neuen Wege besitzen in der Regel eine Gesamtbreite von 4,50 m und erhalten eine den zu ersetzenden Wegen zumindest gleichwertige Befestigung.

Knotenpunkte:

Der Planungsbereich A enthält 3 Knotenpunkte:

a) Die planfreie Verknüpfung des Zubringers B 53 mit der B 50 neu in Form einer Trompete auf dem Zeltinger Plateau: "AS ZB B 53 (Erden/Lösnich)".

b) Die plangleiche Verknüpfung des Zubringers B 53, der L 189 und der K 66 WIL in Form eines Kreisels: "Kreisel Lösnich" .

Der Kreisel hat einen Außendurchmesser von 40 m bei einer einstreifigen Fahrbahnbreite von 6,0 m.

Die Summe aller Knotenpunktszufahrten für den Prognosehorizont 2015 beträgt rund 7800 Kfz/24 h. Daher ist die erforderliche Leistungsfähigkeit gewährleistet.

c) Anschluss des Rastplatzes (PWC) Moselblick an den Zubringer nach Grundform I, RAS-K-1 mit Fahrbahnteiler (Tropfen) und Linksabbiegestreifen.

 

4.3.2 Im Planungsbereich B

Aufgrund des Neubaues der B 50 wird eine Neuordnung des Wirtschaftswegenetzes erforderlich.

Die Neuordnung des Wegenetzes wurde mit dem zuständigen Kulturamt, der Landespflegebehörde und der Forstverwaltung abgestimmt.

Die neuen Wirtschaftswege erhalten eine den zu ersetzenden Wege gleichwertige Befestigung.

Die L158 wird vom Bereich Kreuzung B269/L158 (Blockhaus) bis zur B 50 alt zum Wirtschaftsweg zurückgebaut.

Knotenpunkte

Im Planungsbereich B liegt der planfreie Anschluß der B 269 an den Zubringer B 50 alt bei Kommen.

Die Ausbildung des Knotenpunktes erfolgt gemäß den Richtlinien in Form eines halben Kleeblattes.

 

4.4 Baugrund/Erdarbeiten

Bei allen Bodenarbeiten wird die DIN 18300 (Erdarbeiten) und die DIN 18915 (Bodenarbeiten) beachtet. Die Zwischenlagerung von Bodenmassen (hauptsächlich Oberboden) erfolgt im Bereich der gekennzeichneten, i.d. R. intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen. Bodenverdichtungen im Baufeld werden nach Abschluss der Bauarbeiten behoben.

Die Anlage von Baustraßen erfolgt nach Möglichkeit im Bereich späterer Wirtschaftswege. Tabuflächen für Baustraßen, Lagerflächen und Baustelleneinrichtungen sind die bedeutsamen Biotope und die Maßnahmenflächen, geeignet sind Intensiv-Äcker.

 

4.4.1. Geologie

In der Wittlicher Senke werden kiesreiche Sande mit tonig-schluffigen Linsen der Unteren Terrassengruppe angetroffen.

Der westliche Planungsbereich A gehört geologisch zur "Wittlicher Senke", einer ca. 500 m mächtigen Folge von schlecht verfestigten meist intensiv rot verfärbten Sand-Splitt und Tonsteinen.

Im weiteren Abschnitt, im Bereich des vorgesehenen Tunnelbauwerkes sind unter geringmächtigen Deckschichten aus Gehängelehm Ton-, Schluff- und Feinsandsteine des Rotliegenden in Form von bindigem Lockergestein bzw. verwittertem Fels anzutreffen.

Die Hunsrückhöhenflächen tragen Ranker bis tiefgründige verwitterte Braunerden. Der Planungsbereich B verfügt überwiegend über Böden mit geringer Empfindlichkeit gegenüber einer Grundwasserverschmutzung.

 

4.4.2 Hydrologie

Der Planungsbereich A gehört zum südwestlichen Klimabezirk Moselgebiet. Infolge der Lage zwischen den Hochgebieten von Eifel und Hunsrück ist der mittlere jährliche Niederschlag vergleichsweise gering.

Der Planungsbereich B gehört zum südwestlichen Klimabezirk Moselgebiet. Die mittlere jährliche Niederschlagshöhe liegt zwischen 600 – 900 mm.

 

4.4.3 Ablagerungen, Umfang der Erdarbeiten, Massenbilanz

Der Umfang der durchzuführenden Erdarbeiten für die gesamte Baumaßnahme beläuft sich im Planungsbereich A auf ca. 1,1 Mio. m³.

Die aus den Einschnitten gewonnenen Erdmassen können bei Eignung in den vorgesehenen Dammstrecken eingebaut werden, so daß sich bei der Gesamtmaßnahme keine nennenswerten Mehr- oder Mindermassen ergeben.

Flächen für Erdmassenlagerung während der Bauzeit sind in Abstimmung mit der landschaftspflegerischen Begleitplanung ausgewiesen.

In die Massenbilanz mit einbezogen ist die Realisierung der Tunnelstrecke westlich der Mosel in offener Bauweise; d.h. nach Öffnung des Einschnittes und Bau des Tunnels wird der ursprüngliche Geländeverlauf weitestgehend wiederhergestellt.

Im Planungsbereich B fallen ca. 1,5 Mio. m³ Abtragmassen an.

Auch hier werden trassennah Schutzwälle modelliert. Ein verbleibender Überschuß von ca. 0,4 Mio. m³ wird auf der geplanten Auffüllfläche zwischen der B 269, dem Zubringer B 50 alt und der B50 alt eingebaut.

Es ergeben sich mit einem Auflockerungsfaktor von 1,15 etwa 800.000m³ Überschussmassen die, wie oben dargestellt, trassennah weiter verwendet werden.

Generell sind bei allen Bodenarbeiten die DIN 18300 (Erdarbeiten) und DIN 18915 (Bodenarbeiten) zu beachten.

Erforderliche Baustraßen werden primär im Bereich späterer Wirtschaftswege angelegt, um möglichst wenig Flächen in der freien Landschaft zu beeinträchtigen. Tabuflächen für alle Baustraßen sind die wertvollen Biotope sowie sämtliche Maßnahmenflächen.

 

 

4.5 Entwässerung

Im Zuge des Neubaues werden verschiedene wasserwirtschaftliche Maßnahmen zur Straßenentwässerung sowie an oberirdischen Gewässern erforderlich.

Die Ergebnisse der wassertechnischen Untersuchungen und die daraus resultierenden Maßnahmen sind der Anlage 13.1 zu entnehmen.

Grundsätzlich wird eine breitflächige Versickerung des Niederschlagswassers durch Ausnutzung der belebten Bodenzone vorgesehen. Dies wird erreicht durch

Allgemein teilt sich der vorliegende Abschnitt bedingt durch die Topografie in drei Bereiche:

 

4.5.1 Entwässerung im Planungsbereich A

Die hier anfallenden Wassermengen werden über versickerungsfähige Mulden dem im 1. Teilabschnitt vorgesehenen Regenrückhaltebecken östlich der Lieser zugeführt, was bei der Bemessung dieses Beckens berücksichtigt wurde.

Für das im Außeneinzugsgebiet des Bieberbaches anfallende Oberflächenwasser ist eine vom Straßenwasser getrennte Ableitung vorgesehen, so daß dem Bieberbach kein belastetes Oberflächenwasser aus der Fahrbahn zugeführt wird.

Das anfallende Oberflächenwasser wird über Falleitungen und unter Zwischenschaltung eines Absetzbeckens der Mosel zugeführt.

Das hier anfallende Oberflächenwasser wird zusammen mit dem Oberflächenwasser aus dem Rastplatz den Regenrückhaltebecken am Zubringer B 53 zugeführt. Bei der Bemessung ebenfalls berücksichtigt sind die Wassermengen aus dem weiterführenden Teilabschnitt, die topographisch bedingt hier zu behandeln sind.

Hinsichtlich der Pfeileranordnung der Moselbrücke wurden von der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz entsprechende Untersuchungen hinsichtlich der Auswirkungen unterschiedlicher Abflüsse auf die Wasserspiegellage innerhalb des Überschwemmungsgebietes der Mosel durchgeführt. Die Berechnungsergebnisse zeigen, dass die Differenz zwischen SOLL und IST maximal 0.1 cm betragen.

 

4.5.2 Entwässerung im Planungsbereich B

Da die B 50 neu im gesamten Projektbereich auf einem Höhenrücken und nahezu parallel zur Wasserscheide verläuft, werden oberirdische Gewässer von der Baumaßnahme nicht direkt berührt. Allerdings sind die Quellbereiche und Teileinzugsgebiete mehrerer Bäche betroffen. Größere Einzugsgebiete, die durch den Neubau abgetrennt würden, werden mit Hilfe von Querdurchlässen wieder an das Gewässer angeschlossen.

Die Baustrecke verläuft von Bau-km 83,500 bis 86,950 im Heilquellenschutzgebiet Bad Wildstein (Schutzzone III). Innerhalb des Heilquellenschutzgebietes wird gleichzeitig ein Wasserschutzgebiet der VG Traben-Trabach (Schutzzone III) im Bereich von Bau-km 86,410 bis 86,670 angeschnitten.

In Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden werden innerhalb des Heilquellenschutzgebietes III bautechnische Maßnahmen nach RiStWAG durchgeführt, wie sie für Wasserschutzzonen III B vorgesehen sind. Demzufolge wird das Oberflächenwasser der Straßen breitflächig über das Bankett entwässert; ebenso ist die Versickerung von Oberflächenwasser über die belebte Bodenzone vorgesehen.

Die Entwässerungsmulden werden mit entsprechenden Saatgutmischungen eingesät. Die Versickerungsbecken werden naturnah ausgeformt und mit Gehölzen und Krautsäumen landschaftsgerecht eingebunden.

 

 

4.6 Ingenieurbauwerke

Soweit die technischen Angaben z.B. die lichte Weite zwischen den Widerlagern oder der Mindestabstand von Brückenpfeilern oder Brückenbreiten nicht aus bestimmten Gründen zwingend vorgeschrieben sind, so sind diese im Entwurf als Mindestmaße angegeben worden.

Es können unter Berücksichtigung der Mindestmaße andere Bauwerksabmessung, insbesondere andere Stützweiten, Pfeiler- und Widerlagerstellungen erforderlich werden, als in diesem, Entwurf angegeben sind.

 

4.6.1 Im Planungsbereich A

4.6.1.1 Bauwerk 1, Unterführung K 58 WIL km 72,150

Zur Unterführung der K 58 WIL wird das Bauwerk erforderlich.

 

4.6.1.2 Bauwerk 2, Talbrücke Bieberbach km 72,416 - km 72,616

Das Bauwerk überspannt die Talaue des Bieberbaches sowie am westlichen und östlichen Widerlager je einen verlegten Wirtschaftsweg. Die Länge des Bauwerkes resultiert aus Forderungen ökologischer und landschaftspflegerischer Art.

Mit der Talbrücke werden Vernetzungsbeziehungen entlang der als sehr hoch schutzwürdig bewerteten Bieberbachaue aufrecht erhalten. Der Bieberbach dient zahlreichen gefährdeten Tierarten als Ausbreitungskorridor. Er ist Lebensraum von Iltis, Sumpf-, Wasser-, und Zwergspitzmaus und stellt eine Ausbreitungslinie für Tierarten zwischen der Wittlicher Senke und der Mosel her.

 

4.6.1.3 Bauwerk 3, Talbrücke Wasserbaum km 73,900 - km 74,100

Das Bauwerk überspannt den flachen Talraum "Wasserbaum" sowie am westlichen Widerlager einen verlegten Wirtschaftsweg und resultiert aus Forderungen der landschaftspflegerischen Begleitplanung. Mit dem Brückenbauwerk bleiben Lebensräume für die Indikatorarten Wildkatze und Baummarder vernetzt, die stellvertretend stehen für Tierarten, die in naturnahen Wäldern leben.

 

4.6.1.4 Bauwerk 4, Talbrücke Weierborn km 74,530 - km 74,630

Das Bauwerk überspannt die Talaue Weierborn sowie am westlichen Widerlager einen verlegten Wirtschaftsweg und resultiert aus Forderungen der landschaftspflegerischen Begleitplanung. Auch diese Talbrücke erhält Vernetzungsbeziehungen, die für Waldarten wichtig sind. Wie die Talbrücke Wasserbaum sind die Wildkatze und der Baummarder zu nennen.

 

4.6.1.5 Bauwerk 5, Straßentunnel km 74,990 - km 75,090

Das Tunnelbauwerk wird als Doppelgewölbe hergestellt. Nach Herstellung des Straßentunnel in offener Bauweise wird der ursprüngliche Geländeverlauf und der Bewuchs im Wesentlichen wiederhergestellt. Dadurch können Eingriffe in das Landschaftsbild des Moseltales reduziert und vorhandene Vernetzungen (z.B. historischer Rotwild-Fernwechsel) erhalten werden.

 

4.6.1.6 Bauwerk 6, Moselbrücke km 75,152 - km 76,855

Zur Überspannung des Moseltales wird das Brückenbauwerk erforderlich.

 

4.6.1.7 Bauwerk 7, Unterführung Zubringer B 53 km 77,238 der B 50 neu

Zur Unterführung des Zubringers der B 53 und planfreiem Anschluss der nördlichen Rampen wird dieses Brückenbauwerk erforderlich.

 

4.6.1.8 Bauwerk 8, Überführung Wirtschaftsweg km 0,370 des Zubringers B 53

Zur Aufrechterhaltung der vorhandenen Wirtschaftswegebeziehung wird ein Brückenbauwerk erforderlich. 

 

4.6.1.9 Bauwerk 9, Überführung Wirtschaftsweg km 0,750 des Zubringers B 53

Zur Aufrechterhaltung der vorhandenen Wirtschaftswegebeziehung wird ein Brückenbauwerk erforderlich.

 

4.6.1.10 Bauwerk 10, Überführung Wirtschaftsweg km 1,375 des Zubringers B 53

Zur Aufrechterhaltung der vorhandenen Wirtschaftswegebeziehung wird ein Brückenbauwerk erforderlich.

 

4.6.1.11 Bauwerk 11, Unterführung Wanderweg km 1,760 des Zubringers B 53

Zur Aufrechterhaltung einer Wanderwegebeziehung wird ein Brückenbauwerk erforderlich.

 

4.6.2 Im Planungsbereich B

Neben der Aufrechterhaltung der vorhandenen Wirtschafts- und Wanderwegebeziehungen werden Wildbrücken ( 5 Über – und 2 Unterführungen ) zur Minderung der Trennwirkung in den Tierlebensräumen vorgesehen. Die Wildüberführungen erhalten eine Erdüberdeckung von mind. 1 m bis 1,5 m Höhe mit Ausnahme von BW 5. Die effektiv nutzbare Breite beträgt bei Überführungen 30 m, bei Unterführungen 35 m. Auf den Überführungen werden 2 m hohe Blendschutzwände (Holzbohlen) mitgeführt.

 

4.6.2.1 Bauwerk 1 Unterführung Hauptwirtschaftsweg km 78,003

Zur Aufrechterhaltung der vorhandenen Wirtschafts- und Wanderwegebeziehungen wird ein Brückenbauwerk erforderlich.

 

4.6.2.2 Bauwerk 2 Überführung Wildbrücke/Hauptwirtschaftsweg km 79,900

Aus Forderungen der landschaftspflegerischen Begleitplanung und zur Aufrechterhaltung der vorhandenen Wirtschaftsbeziehungen wird dieses Bauwerk erforderlich. Dieses Bauwerk ist im Bereich eines besonders gut ausgestatteten Kernlebensraumes von Wildkatze und Baummarder lokalisiert. Es erhält die Funktionsbeziehungen innerhalb eines ausgedehnten Waldgebietes, Migrationsbewegungen der genannten Arten bleiben möglich. 

 

4.6.2.3 Bauwerk 3 Überführung Wildbrücke/Hauptwirtschaftsweg km 80,550

Aus Forderungen der landschaftspflegerischen Begleitplanung und zur Aufrechterhaltung der vorhandenen Wirtschaftsbeziehungen wird dieses Bauwerk erforderlich. Die Brücke überführt die Trasse im Bereich einer besonders extensiven landwirtschaftlichen Nutzung, der einen Kernlebensraum der Wildkatze darstellt. Die Anordnung von Leitstrukturen zur Brücke hin sichert Funktionalität.

 

4.6.2.4 Bauwerk 4 Überführung Hauptwirtschaftsweg km 82,220

Zur Aufrechterhaltung der vorhandenen Wirtschaftswegebeziehungen wird ein Brückenbauwerk erforderlich.

 

4.6.2.5 Bauwerk 5 Überführung Wildbrücke (Graacher Schanzen) km 82,782

Aus Forderungen der landschaftspflegerischen Begleitplanung und der Denkmalpflege wird eine kombinierte Wildbrücke erforderlich. Die strukturreichen Graacher Schanzen und die Brach- und Gehölzflächen oberhalb der Graacher Schäferei stellen Biotopkomplexe mit besonderer Bedeutung und hoher Artenvielfalt dar. Hier haben die Wildkatze und der Baummarder Kernlebensräume. Die Brücke mindert die Trennwirkung zwischen den Komplexen, zwischen denen enge faunistische Funktionsbeziehungen bestehen. Gleichzeitig bietet sie die Möglichkeit zur Erhaltung der kulturhistorisch bedeutsamen Schanzenanlage, die über die Brücke überführt wird.

Die Wildbrücke erhält eine Überdeckung von mindestens 0,5 m Höhe. 2 m hohe Blendschutzwände (Holzbohlen) werden mit überführt.

 

4.6.2.6 Bauwerk 6 Unterführung Wildbrücke/Hauptwirtschaftsweg km 83,540

Aus Forderungen der landschaftspflegerischen Begleitplanung und zur Aufrechterhaltung der vorhandenen Wirtschaftsbeziehungen wird ein Brückenbauwerk erforderlich.

Die Trasse überführt hier den Beginn eines Bachtales mit einem Brückenbauwerk (Nebenbach des Kautenbaches). Das Bauwerk liegt im Kernbereich des Lebensraumes der Wildkatze und erhält die Verbindung dieses Talraumes mit dem Talraum des Baches östlich der Graacher Schäferei aufrecht. Neben der Funktion für die Wildkatze ist das Bauwerk auch für den Dachs und -durch Schaffung von verbindenden Gehölzstrukturen- für den Baummarder von Bedeutung

Auf dem Bauwerk wird beidseitig der beiden Richtungsfahrbahnen ein Blendschutz (Holzbohlenwand) mitgeführt.

 

4.6.2.7 Bauwerk 7 Überführung Wildbrücke/Hauptwirtschaftsweg km 84,650

Aus Forderungen der landschaftspflegerischen Begleitplanung und zur Aufrechterhaltung der vorhandenen Wirtschaftsbeziehungen wird ein Brückenbauwerk erforderlich

Die Überführung ist am Rande eines ausgedehnten Altholzbestandes lokalisiert. Sie erhält die Wechselbeziehungen in einem Kernlebensraum des Baummarders und mindert die Trennwirkungen bei der Durchfahrung eines ausgedehnten Waldgebietes.

 

4.6.2.8 Bauwerk 8 Überführung Wildbrücke/Hauptwirtschaftsweg km 85,775

Aus Forderungen der landschaftspflegerischen Begleitplanung und zur Aufrechterhaltung der vorhandenen Wirtschaftsbeziehungen wird ein Brückenbauwerk erforderlich.

Dieses Bauwerk im Bereich Buchborn verbindet strukturreiche, durch Störungsarmut und extensive Nutzung gekennzeichnete Kernlebensräume der Wildkatze im Bereich Königsfarm mit einem Seitental des Kautenbachsystems. Sie hat eine besondere Bedeutung für die weiträumige Migration der Arten.

 

4.6.2.9 Bauwerk 9 Unterführung Wildbrücke/Hauptwirtschaftsweg km 87,365

Aus Forderungen der landschaftspflegerischen Begleitplanung und zur Aufrechterhaltung der vorhandenen Wirtschaftsbeziehungen wird eine kombinierte Unterführung Grünbrücke/Hauptweg erforderlich. Die Unterführung der Trasse durch die Wildbrücke in einem durch überwiegend extensive landwirtschaftliche Nutzung gekennzeichneten Bereich nördlich Longkamp hat wie das Bauwerk 8 die bedeutsame Funktion, die großräumigen Migrationsbeziehungen der Arten über die Moselrandhöhen zu erhalten.

Auf dem Bauwerk wird beidseitig der beiden Richtungsfahrbahnen ein Blendschutz (Holzbohlenwand) mitgeführt.

 

4.6.2.10 Bauwerk 10 Überführung B 50 alt km 88,404

Zur Überführung der B 50 wird ein Bauwerk erforderlich.

 

4.6.2.11 Bauwerk 11  Überführung Verbindungsweg km 89,970

Diese Bauwerk ist zur Aufrechterhaltung der Wirtschaftswegebeziehungen erforderlich.

 

4.6.2.12 Bauwerk 12 Überführung B 269 alt km 90,211

Zur Überführung der B 269 wird ein Bauwerk erforderlich. Das Bauwerk wird als Zweifeldbrücke ausgebildet.

 

 

4.7 Straßenausstattung

Die B 50 neu sowie das untergeordnete Straßennetz erhalten die Grundausstattung mit Markierung, Beschilderung und Leiteinrichtungen gemäß den einschlägigen Richtlinien und Vorschriften.

Hiervon abweichende Maßnahmen sind nicht vorgesehen.

 

 

4.8 Besondere Anlagen

Rastplatz (PWC) Moselblick

Auf der Rachtiger Höhe, südlich des Zubringers der B 53, ist eine unbewirtschaftete Rastanlage mit WC-Gebäude (PWC) vorgesehen. Die Größe der Rastanlage ist ausgelegt für 48 Pkw-Parkplätze (davon 3 Behindertenparkplätze) und 10 LKW/Busparkplätze. Der Rastplatz ist am Zubringer angebunden.

Der gewählte Standort bietet folgende Vorteile:

ð die Rastanlage ist von beiden Richtungsfahrbahnen der durchgehenden Strecke B 50 und aus dem Moseltal erreichbar

ð die Rastanlage ist wirtschaftlich, da sie nur einseitig angeordnet ist und kein eigenes Bauwerk benötigt, sondern das ohnehin erforderliche Kreuzungsbauwerk des Zubringers genutzt wird.

ð landschaftlich attraktive Lage mit Panoramablick ins Moseltal und auf die gegenüberliegenden Weinberghänge

ð günstiger Blickwinkel auf die technisch interessante Moselbrücke

ð gute optische und akustische Abschirmung der Rastanlage vom Straßenverkehr

ð gute Ausrichtung der Ruhe- und Bewegungsbereiche nach Süden und Westen (Hauptsonnenrichtung).

 

 

4.9 Öffentliche Verkehrsanlagen

Öffentliche Verkehrsanlagen werden von der Baumaßnahme nicht betroffen.

 

 

4.10 Leitungen

Die Durchführung der im Zusammenhang mit dem Straßenausbau notwendigen Änderungen und Verlegungen vorhandener Versorgungsleitungen richten sich nach den gesetzlichen Bestimmungen bzw. nach den bestehenden Verträgen.

Der Baulastträger wird die zuständigen Versorgungsträger rechtzeitig vor Beginn der Bauarbeiten unterrichten, so daß eine vorherige Abstimmung über die Durchführung der Arbeiten erfolgen kann.

 

 

 

5. Schutz-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

5.1 Lärmschutzmaßnahmen

Zur Bewertung der Lärmsituation wurde eine schalltechnische Untersuchung durchgeführt. Die Ergebnisse sind der Anlage 11 zu entnehmen. Die Berechnung zeigt, dass die gesetzlichen gebietsbezogenen Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden. Der geplante Neubau der B 50 wurde nach der Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV, 1991) bewertet.

 

 

5.2 Maßnahmen in Wassergewinnungsgebieten

Im Planungsbereich A werden keine Wassergewinnungsgebiete betroffen.

Von der Baumaßnahme wirdim Planungsbereich B ein Wasserschutzgebiet III und ein Heilquellenschutzgebiet, WSG IIIb tangiert (siehe hierzu auch Kap. 3.4.3.3 und 4.5.2).

 

 

5.3 Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zum Schutz von Natur und Landschaft

Bei der Durchführung eines Vorhabens, das nach § 4 LPflG Rheinland-Pfalz einen Eingriff darstellt, sind vermeidbare Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes zu unterlassen. Gemäß § 5 LPflG Rh.-Pf. hat der Verursacher eines Eingriffs

Die Festlegung der zur Kompensation geeigneten Maßnahmen und des benötigten Flächenumfanges resultiert aus den gesetzlichen Anforderungen. Die Festlegung des Kompensationsumfanges basiert im wesentlichen auf einer verbal-argumentativen Ableitung anhand der gestörten Funktionen. Nur in Ausnahmefällen wird auf festgelegte Verhältniswerte, die als Konventionen anzusehen sind, zurückgegriffen.

 

5.3.1 Beschreibung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zur Kompensation der verbleibenden Eingriffe

Zur Kompensation der Beeinträchtigungen der Erholungsnutzung erfolgt eine Wiederherstellung unterbrochener Wegebeziehungen; beanspruchte Erholungsinfrastruktureinrichtungen werden an anderem Ort wiederhergestellt.

Die verbleibenden Eingriffe in die betroffenen Biotoptypen und -komplexe werden entsprechend den Vorgaben des Bundesnaturschutz– und Landespflegegesetzes funktional ausgeglichen und / oder ersetzt.

Angelegt und entwickelt werden naturnahe Laubwälder, extensive Grünländer, extensive Äcker, sowie Hecken und Gehölze und zwar in einem teilweisen höheren Verhältnis als sie beseitigt wurden.

Zur Kompensation verbleibender Beeinträchtigungen der Tierwelt werden gezielt Maßnahmen zur Verbesserung, Optimierung und Neuanlage von Lebensräumen der Indikatorarten entwickelt, um eine funktionale und damit adäquate Kompensation zu gewährleisten. Sie entwickeln sich aus den Lebensraumansprüchen der Indikatorarten und umfassen bspw. die Extensivierung intensiv genutzter Landwirtschaftsflächen, Wald- und Gehölzpflanzungen, die Anlage von Streuobstwiesenkomplexen sowie die Entwicklung gelenkter Sukzessionsflächen im Bereich der oberen Rebhänge. Dadurch werden gezielt Lebensräume erweitert u. entwickelt bzw. geeignete Lebensräume neu geschaffen.

Aufgrund der hohen bestehenden Qualität des Landschaftsraumes und der besonderen räumlichen Verhältnisse auf dem schmalen Moselsporn verbleibt ein Kompensationsdefizt, das räumlich getrennte Ersatzmaßnahmen erforderlich macht. Sie bestehen bspw. in der Anlage von Waldriegeln zur Vernetzung räumlich getrennter Waldgebiete als Maßnahmen für die Verbesserung der Lebensräume von Wildkatzen und Baummardern , in der Optimierung von Lebensräumen für Waldarten durch Nadelholzumwandlung , Kammerung der Landschaft mit Gehölzen im Dhrontal sowie in der Entwicklung von Extensiv-Äckern bei Monzelfeld als Maßnahme für Offenlandarten ( bspw. das Rebhuhn ).

Die Eingriffe in die Bodenfunktionen durch die Neuversiegelung können z. T durch Rückbaumaßnahmen im bestehenden Straßennetz ausgeglichen werden. Die Kompensation verbleibender Eingriffe erfolgt multifunktional über die Umwandlung von Acker in extensiv genutztes Grünland und von Weinbauflächen in gelenkte Sukzessionsflächen.

Die Kompensation der Eingriffe in den Bieberbach und mehrere kleinere Quellbäche erfolgt durch Renaturierung des naturfernen Bieberbach-Oberlaufes und des naturfernen Kleinicher Baches sowie mehrerer kleinerer Fließgewässer, verbunden mit der Ausweisung von Uferrandstreifen in entsprechender Breite.

Das Grundwasser ist bedingt durch die geologische Situation bereits gut gegen Schadstoffeintrag geschützt. Eine Vorklärung dieses Wassers erfolgt in großen Versickerungsmulden über eine belebte Oberbodenzone. Verbleibende Beeinträchtigungen werden im Rahmen des Kompensationskonzeptes multifunktional kompensiert.

Die Eingriffe in Waldgebiete mit lufthygienischer Ausgleichsfunktion werden durch Neuanlage und Entwicklungsmaßnahmen kompensiert.

Zur Kompensation verbleibender Eingriffe in das Landschaftsbild werden, nach der landschaftsgerechten Gestaltung und Einbindung der Trasse, in empfindlichen Abschnitten Maßnahmen zur Aufwertung der Landschaftsbildqualität durch Pflanzungen von Hecken, Baumhecken und Baumreihen vorgesehen.

 

5.3.2 Schutzgutbezogene Zusammenstellung der einzelnen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

Nachfolgend werden die den jeweiligen Schutzgütern Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zugeordnet,um darzustellen wie der einzelne Eingriff kompensiert wird.

Im Bereich des Arten – und Biotopschutzes wird nach dem Indikatorenprinzip vorgegangen, in dem davon ausgegangen wird , daß mit der Indikatorart auch andere vergesellschaftete Arten mitberücksichtigt sind.

Schutzgut Biotop- und Artenschutz

Wildkatze : Errichtung von 5 Überführungen und 2 Unterführungen mit einer für Tierarten effektiv nutzbaren Brückenbreite von 30 m bzw. 35 m, Errichtung eines wildkatzensicheren Sperrzaunes , Extensivierung von Talwiesen, Umwandlung intensiv genutzter Weinbergs- in Waldflächen, Gehölzpflanzungen im Bereich der Grünquerungen, Neubegründungen von Wäldern zur Wiedervernetzung von Waldflächen, Neubegründungen von Wildkatzenlebens-raumstrukturen ( vgl. 23 WZB, 24.1- 24.7 WBMB, 25.1 – 25.5 GMB, 26.1 – 26.3 LWMB, 27.1 – 27.2 SMB, 28 EGEB, 29.1 – 29.2 GEB, 30.1 – 30.3 EGEB ,27 SB, 29 EB, 7 EB, 30 EB )

Baummarder : Errichtung eines unüberwindbaren Sperrzaunes, Umwandlung von Nadelforsten in Mischwälder, Neubegründung naturnaher Wälder mit Waldsäumen zur Verbesserung / Wiederherstellung und Neuschaffung der Lebensraumverhältnisse ( vgl. 27 SB, 5 EB, 6 EB, 31 EB, 35 EB, 15 – 17 EB, 36 AB, 23 WZVB, 24.1 – 24.7 WB, 25.1 – 25.5 GMB, 26.1 – 26.3 LWMB, 30.1 LWEB )

Dachs : Errichtung eines Sperrzaunes mit Untergrabungsschutz, Weinbergsextensivierung am Schirbelgraben, Umwandlung von Acker- in Sukzessionsflächen, Umwandlung von Niederstamm – Apfelplantagen in Streuobstwiesen, Umwandlung von Acker- und Intensivgrünlandflächen in Extensivwiesen ( vgl. 27 SB, 25 – 26 AE / B , 28 AB, 35 SB, 10 – 17 EB, 36 AB, 23 WZVB, 24.1u.24.2 WBMB, 32 SAB , 36 – 38 OAB, 33 OAB, 41 – 43 EGAB, 49 OAB)

Iltis, Sumpfspitzmaus : Naturnahe Umgestaltung des Oberlaufes des Bieberbaches, Ausweisung von Uferrandstreifen, Entfernung von Fichtenforsten aus Auen ( vgl. 3 EB/ W, 50 FEEB, 65 EBW )

Grünspecht : Anlage von Obstwiesen, Umwandlung einer Acker- in gelenkter Sukzessionsfläche ( vgl. 49 OAB, 35.1 – 35.2 SEF )

Schwarzspecht, Hohltaube : Umwandlung von Nadelforsten zu Mischwälder, Neubegründung von Wäldern, Entwicklung gelenkter Sukzessionsflächen, Umwandlung von Acker- in Intensivgrünlandflächen, Altholzsicherungen ( vgl. 15 EB, 16 EB, 17 EB, 36 AB, 39 ASEB, 40 ASEB )

Mittelspecht : Umwandlung von Nadelforsten in Mischwälder, Neubegründung von Wälder (vgl. 5 EB, 6 EB, 31 EB)

Gelbspötter : Anlage von Heckenstrukturen, Neubegründung lichter Wälder, Anlage von Obstwiesen als Nahrungshabitat ( vgl. 15 EB, 16 EB, 33 OEB, 13.1 – 13.2 GAB, 62.3, 63.1, 63.2 )

Sperber : Gelenkte Sukzession auf intensiv genutzen Rebflächen, Anlage von Feldgehölzen, Anreicherung der Feldflur mit Hecken und Gehölzen ( vgl. 22 SEB, 11.1 – 11.2 GEB, 12.1 – 4 GEB, 13.1 – 2 GEB, 14 GEB )

Neuntöter Anreicherung der Grünlandflächen mit Hecken, Nutzungsaufgabe intensiv genutzter Weinbergsflächen, Umwandlung von Acker – in Grünlandflächen ( vgl. 21 A/EB, 34 AB, 10 EB – 13 EB, 21 EGAB, 21.1 – 4 GAB, 14 GAB, 17 EGEB, 13.1 – 13.2 GAB, 33 OEB, 34 SEB, 44 EGAB, 19 EAAB, 45 GAB, 46.1 – 46.2 EGEB, 47 GB )

Raubwürger : Verbesserung der Teillebensräume durch Optimierung angrenzender Flächen, Extensivierung von Talwiesen, Umwandlung von Acker- in Grünlandflächen ( vgl. 25 A / EB, 26 AEB, 61 A/ EB, 29 A/EB )

Schafstelze : Umwandlung von Acker- und Intensivgrünlandflächen in extensive Wiesen (vgl. 28 AB)

Rebhuhn : Ackerextensivierungen bei Kommen, Umwandlung intensiv genutzter Weinbergs- in extensive Grünlandflächen ( vgl. 40 – 43 EBO, 45 EBO, 47 EBO, 51 EBO, 48.1 – 48.2 EAEB, 51 EAEB )

Ringelnatter, Feuersalamander : Renaturierung des Kleinicher Baches, Entwicklung von Uferrandstreifen durch Nutzungsaufgabe ( vgl. 18 GRAW )

Mauereidechse, Tagfalter : Nutzungsaufgabe intensiv bewirtschafteter Weinbergsflächen, Umwandlung von Acker- in magere Grünlandflächen ( vgl. 7 EB, 21 AEB, 34 AB, 17 EGEB, 41 – 42 EGAB )

Fledermausarten : Anreicherung der Landschaft mit Nahrungshabitaten, bspw. an Gewässerläufen durch Uferrandstreifen, Leitstrukturen in Form von Hecken zur Orientierung bei Nahrungsflügen , Obstwiesen zur Verbesserung des Nahrungsangebotes ; Wiedervernetzung der Lebensräume im Tiefenbachtal und Kautenbachtal über eine Wildbrücke, Landschaftsgliedernde Leitelemente in Form von Hecken im Bereich Kautenbach- / Tiefenbachtal zur Verhinderung des Verkehrstodes. Eigenständige Kompensationsmaßnahmen sind dabei nicht notwendig , da andere Ausgleichs - / Ersatzflächen eine multifunktionale Wirkung übernehmen.

Schutzgut Boden

Bepflanzung der neuen Böschungen zur Bindung von Schadstoffen, Entsiegelung nicht mehr benötigter Flächen, Umwandlung von Acker in Grünland, schonender Umgang mit dem Boden während der Baumaßnahme, Umwandlung von Weinbergs- in Sukzessionsflächen ( vgl. 68 ABO, 37 – 44 EBO, 69 ABO, 45 – 51 EBO, 52 u. 53 ABO, 17 EGAB, 54 G, 55 MBO, 56.1 – 56.3 VBO )

Schutzgut Wasser

Renaturierung von Bachläufen, Verrieselung und Versickerung von Straßenabwässer vor deren Einleitung, Nutzungsaufgabe intensiv genutzter Weinbergsflächen ( vgl. 52 – 53 AW, 3 EB/ W, 65 EB/ W, 18 – 20 EB/ W,52 ABO, 53 EGABO, 54 G, 55 MBO, 56.1 – 56.3 VBO )

Schutzgut Klima

Klimaverbessernde Maßnahmen durch die Neuanlage von Wald ( vgl. 1 LWEB – 12 LWEB)

Schutzgut Mensch / Erholung / Landschaftsbild

Neugliederung der Landschaft durch Baumreihen, Strauchhecken; Erhöhung der Vielfalt durch Neuanlage von Wald; Ausweisung neuer Wanderwegeführungen, Netzschluß unterbrochener Wegebeziehungen, Anlage einer Grillhütte, Anlage eines Rastplatzes; Landschaftsgerechte Einbindung der Trasse ( vgl. 54 G, 61.1 – 61.2 GAL, 62.1 – 62.3 , 63.1 – 63.3, 64.1 – 64.3, 65.1 – 65.3 GAL, 66 GAL, 67.1 – 67.2, 68, 69, 62 – 64 EL, 1 AB/EL, 4 EL, 66 – 67 EL, 55 EL, 56 – 59 EL, 70 EL )

Sachgüter des kulturellen Erbes

Prospektion u. Dokumentation der Bodendenkmäler , Wiederherstellung der Graacher Schanzen als mittelalterliche Wehranlage ( vgl. 70, 71 )

 

Flächenbilanz:

Nachfolgend ist eine Übersicht aufgeführt aus der hervorgeht in welcher Form und in welchem Flächenumfang einzelne Biotoptypen entwickelt oder wiedergestellt werden:

 

  • Anlage von naturnahen Laubwäldern mit Waldmantel

96,3 ha

  • Altholzsicherung

10,5 ha

  • Umwandlung von Nadelholzforsten zu naturnahen Laubwäldern

27,9 ha

  • Anlage von Hecken, Gebüschen, Gehölzen u. Baumreihen

29,0 ha

  • Anlage von Streuobstwiesen auf Acker und Grünland

14,1 ha

  • Anlage von Streuobstwiesen auf Weinbauflächen

2,5 ha

  • Anlage von Extensiv-Grünland auf intensiv genutzten Landwirtschaftsflächen

131,6 ha

  • Anlage von Extensiv-Grünland auf Weinbauflächen

6,7 ha

  • Extensivierung von Intensiv-Acker

24,4 ha

  • Entwicklung von gelenkter Sukzession auf Acker und Grünland

23,4 ha

  • Entwicklung von gelenkter Sukzession auf Waldflächen

3,5 ha

  • Entwicklung von gelenkter Sukzession auf Weinbauflächen

40,1 ha

  • Extensivierung intensiv genutzter Rebflächen (Ökol. Weinbau)

7,1 ha

  • Optimierung Bachtal – Ufergehölze, Uferhochstaudenfluren u. Extensivgrünland - auf Acker u. Grünland

16,4 ha

  • Optimierung Bachtal – Ufergehölze, Uferhochstaudenfluren u. Extensivgrünland - auf Weinbauflächen

6,7 ha

Summe:

440,2 ha

Insgesamt sind die vorgesehenen Maßnahmen geeignet, die Eingriffe des II. Abschnittes (Planungsbereich A und B der B 50 neu ) in Natur und Landschaft zu kompensieren.

Eine detailierte und funktionale Begründung jeder einzelnen Eingriffssituation und der dazu gehörenden Ausgleichs- / Ersatzmaßnahme geht aus der beiliegenden Konflikt - / Maßnahmentabelle hervor.

 

 

 

6. Erläuterungen zu Kosten

6.1 Kostenträger

Kostenträger der Maßnahme ist die Bundesrepublik Deutschland - Bundesstraßenverwaltung -,

 

 

6.2 Beteiligung Dritter

Eine Kostenbeteiligung Dritter findet statt aufgrund bestehender gesetzlicher Regelungen oder abgeschlossener Vereinbarungen.

 

 

7. Verfahren

Das Baurecht wird durch ein Planfeststellungsverfahren erreicht.

 

 

8. Durchführung der Baumaßnahme

8.1 Bauabschnitte

Die Bildung von Bauabschnitten ist nicht beabsichtigt. Aufgrund der für die Hochmoselbrücke erforderlichen relativ langen Bauzeit wird diese zuerst in Angriff zu nehmen sein.

 

8.2 Zeitliche Abwicklung

Es ist mit einer Bauzeit von ca. 4 Jahren zu rechnen. Für die Hochmoselbrücke ist eine Bauzeit von etwa 3,9 - 5,4 Jahre anzusetzen.

Der Baubeginn soll nach Vorliegen der Vollziehbarkeit des Planfeststellungsbeschlusses erfolgen.

 

8.3 Grunderwerb

Vorzeitiger Grunderwerb erfolgte bereits rechts der Mosel im Rahmen von Flurbereinigungsverfahren für die Moselbrücke (50 m-Streifen) und für Teilbereiche des Zubringers zur B 53 bei Erden/Lösnich.

Zur Zeit werden vom Kulturamt Bernkastel agrarstrukturelle Entwicklungsplanungen durchgeführt mit dem Ziel die erforderlichen Flächen durch Bodenordnungsverfahren zur Verfügung zu stellen.

Im Flurbereinigungsverfahren Rachtig/Ürzig (sog. "Weinbergsflurbereinigungsverfahren") werden im Bereich des östlichen Widerlagers der Moselbrücke ca. 30 ha für Landespflegemaßnahmen ausgewiesen.

 

8.4 Verkehrsregelung während der Bauzeit

Bei der Durchführung der Baumaßnahme wird der Verkehr auf dem bestehenden Straßennetz kaum beeinträchtigt.

Wesentliche verkehrslenkende Maßnahmen werden nicht erforderlich.

 

8.5 Erschließung der Baustelle, Auswirkungen während der Bauzeit

Die Baustelle wird über das bestehende Straßen- und Wegenetz erschlossen.

 

8.6 Wichtige sonstige Besonderheiten

Bei der Bauausführung wird besondere Beachtung auf die Schonung und Erhaltung des vorhandenen Bewuchses und nahegelegener Biotope gelegt (siehe landschaftspflegerische Begleitplanung).

Flächen für Baustelleneinrichtungen bzw. Lagerstellen für Erdmassen sind in der vorliegenden Planung berücksichtigt und in Abstimmung mit der landschaftspflegerischen Begleitplanung ausgewiesen.